GA-Umfrage: Bonner Wirte schenken kostenlos Wasser ein

GA-Umfrage : Bonner Wirte schenken kostenlos Wasser ein

Laut einer GA-Umfrage ist ein Glas Leitungswasser gratis in vielen Bonner Restaurants kein Problem. In der Uni-Mensa kommen Studenten allerdings nicht in den Genuss. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Die Bonner Gastronomen zeigen sich spendabel. Zumindest wenn es um kostenloses Leitungswasser geht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des General-Anzeigers bei acht ortsansässigen Unternehmen. Fünf der acht befragten Gastwirte schenken bereits kostenlos Leitungswasser aus. Das Glas Wasser zum Espresso oder sonstigem Heißgetränk ist anscheinend sowieso schon Standard. Wer ein kostenloses Wasser ohne Heißgetränk haben möchte, muss allerdings meistens noch danach fragen.

Hintergrund der Umfrage ist ein Maßnahmenpaket der Europäischen Union für einen geregelten Trinkwasserzugang. Neben strengeren Regeln für Trinkwasser, soll kostenloses Leitungswasser in Cafés und Restaurants den Zugang zu sauberem Wasser erleichtern. Das ist in anderen Ländern, wie zum Beispiel Frankreich, schon selbstverständlich. Dort muss Wasser aus der Flasche sogar extra geordert werden.

Im Cassius Garten (Bonn Innenstadt), dem Restaurant Nees (Poppelsdorf), dem Restaurant Rheinlust (Beuel), dem Restaurant Paulaner am Kurpark und dem Café Schöner (beide Bad Godesberg) können Gäste bereits kostenlos Leitungswasser zu ihrer Bestellung dazu bekommen. „Es gehört eigentlich nicht zur deutschen gastronomischen Kultur“ sagen nur zwei Bonner Gastwirte.

Gastfreundlichkeit hat Grenzen

Es sei entsprechend einfach unüblich. Ein dritter Gastronom würde zwar gerne Leitungswasser ohne Aufpreis anbieten, hat aber ein optisches Problem: Es sei zu viel Kalk im Wasser. Einer Änderung versperren würde sich allerdings keiner der Befragten, „Gesetz ist Gesetz“, sagte einer der Wirte.

Dennoch hat die Gastfreundlichkeit der Gastronomen ihre Grenzen: „Gäste die den ganzen Abend nur kostenlos Leitungswasser trinken [und nichts zu Essen bestellen, Anmerkung der Redaktion], sind schon ein Problem“ sagt einer der spendablen Wirte.

Ausgerechnet Studenten kommen in der Mensa bisher nicht in den Genuss des kostenlosen Leitungswassers. Das habe mehrere Gründe, erläutert der Pressesprecher des Studierendenwerks Robert Anders: „Der Erlös aus den Getränken ist wichtig für uns“, sagt er, „denn wir sind angehalten wirtschaftlich zu arbeiten“. Entsprechend müssen die Mensen quersubventioniert werden, Geschäftsbereiche die gewinnbringend sind wie der Getränkeverkauf, gleichen das Minusgeschäft mit den Mittagessen aus. Außerdem müssten strenge Hygienevorschriften eingehalten werden und es müsse in den normalen Betriebsablauf passen. Eine Änderung wäre mit Umbaumaßnahmen verbunden. Grundsätzlich sei man aber schon bereit, Leitungswasser kostengünstig oder kostenlos an die Gäste abzugeben.

Das aus der Wahnbachtalsperre und Quellen in Siegburg und Hennef gewonnene Wasser wird schon jetzt auf mehr Parameter geprüft, als von der Trinkwassergrundverordnung vorgeschrieben. So wird zusätzlich der Gehalt von Pflanzenschutzmitteln, Spurenstoffen und Arzneimittelrückständen überwacht. Einer Senkung der Grenzwerte sieht Geschäftsführer Norbert Eckschlag gelassen entgegen: „Wir liegen mit allen Messungen deutlich unter den aktuellen Grenzwerten.“ Die Wasseranalyse kann jederzeit auf der Homepage des Unternehmens eingesehen werden (www.wahnbach.de). Der Gesetzesänderung stehe somit nichts entgegen.

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