Drogenhandel: Bonner versetzten Kräuter mit Rauschgift

Drogenhandel : Bonner versetzten Kräuter mit Rauschgift

Mit "Legal Highs" genannten Kräutermischungen sollen zwei Bonner einen äußerst lukrativen, aber verbotenen Handel betrieben haben. Von der Staatsanwaltschaft wurden die 52 und 41 Jahre alten Männer jetzt wegen besonders schwerer Verstöße gegen das Arzneimittel- sowie das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.

Innerhalb von knapp zwei Jahren sollen sie einen Gewinn von etwa fünf Millionen Euro erzielt haben. Nun wurde gegen die zwei Bonner Händler Anklage erhoben.

Der Ehefrau des 52-Jährigen sowie einem Neffen des Mannes wird vorgeworfen, Beihilfe geleistet zu haben. Wie Oberstaatsanwalt Fred Apostel mitteilte, hat sich die Gruppe die mit Rauschgift versetzten Kräutermischungen ab Ende 2010 aus dem europäischen Ausland in eine Pizzeria in Bonn liefern lassen.

Die Mischungen, die von den Konsumenten inhaliert werden, um einen Rauschzustand zu erzeugen, sollen so genannte synthetische Cannabinoide enthalten haben. Doch die Packungen mit den Namen "Dämon", "Jamaica Gold Supreme" oder "Love" hatten laut den Ermittlern teils extreme Nebenwirkungen wie Kreislaufversagen und Gedächtnisverlust. Auch Psychosen sollen ausgelöst worden sein.

Offenbar wurde der Verkauf an die Endkunden stets über das Internet abgewickelt. Die Sendungen wurden laut Anklage per Post verschickt - ohne identifizierbaren Absender. Doch die Polizei hatte den Onlinehändler schnell im Visier. Nach einer Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume im November 2011 soll die Bande allerdings ohne Unterbrechung weiter gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die illegalen Kräutermischungen bereits ab dem folgenden Tag über eine zuvor im Ausland gegründete Firma verkauft wurden. Bis zur Verhaftung der beiden Haupttäter im September des vergangenen Jahres sollen die Angeklagten mehr als zwölf Millionen Euro umgesetzt haben. Laut Anklage wurde ein Gramm der Mischungen für vier Euro eingekauft und dann für zehn Euro weiter verkauft.

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