Femnet überreicht Petition: Bonner Verein prangert Arbeitsbedingungen in Indien an

Femnet überreicht Petition : Bonner Verein prangert Arbeitsbedingungen in Indien an

Der Verein Femnet hat am Mittwoch die „teils katastrophalen Zustände in Kinderbetreuungseinrichtungen bei Zuliefererfabriken“ kritisiert. Eine entsprechende Unterschriftenliste nahm jedoch nur die Bonner Filiale von C&A entgegen.

Der Verein Femnet hat am Mittwoch die „teils katastrophalen Zustände in Kinderbetreuungseinrichtungen bei Zuliefererfabriken“ kritisiert. Eine Unterschriftenliste, die nach Femnet-Angaben von mehr als 14.000 Menschen für die Kampagne „#WerPasstAuf?“ unterzeichnet haben, nahm nur die Bonner Filiale von C&A entgegen. Die Unternehmen H&M und Cecil lehnten eine solche Übergabe im Vorfeld ab, sagte die Vereinsvorsitzende Gisela Burckhardt.

Mit der Aktion wollen die Teilnehmer des Protests darauf aufmerksam machen, dass Modeketten immer noch in Fabriken nähen ließen, in denen für Kinder der Beschäftigten keine adäquate Betreuung bereitgestellt werde. Das hätten Untersuchungen von Femnet und der Hilfsorganisation Cividep in Indien bestätigt. Burkhardt erklärte, man befinde sich zwar im Austausch mit den genannten Firmen sowie mit Primark und dem Internetanbieter Zalando, aber die Händler würden nicht genug tun. „Dabei schreiben die Vereinten Nationen vor, dass Unternehmen auch die soziale Verantwortung für die Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferer tragen“, so Burkhardt.

Auf Nachfrage des GA begrüßte C&A die Initiative. Die Kinderbetreuung werde vor Ort kontrolliert und es gebe „angemessene Standards“ und Kontrollen. „Dennoch reichen die Angebote häufig nicht aus.“ An Verbesserungen arbeite man. Die CBR Fashion GmbH, die Cecil betreibt, betont, sie definiere Mindeststandards und überprüfe sie regelmäßig. Es gebe einen Verhaltenskodex, der die Erklärung der UN-Menschenrechte beherzige.

Laura Engels von H&M teilte mit, ihr Unternehmen habe klare Anforderungen an Tagesstätten formuliert. Nachhaltige Ergebnisse nach Gesprächen mit Cividep lägen nicht vor, weil es unterschiedliche Vorstellungen über die beste Lösung gebe. „Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung am besten von den lokalen Akteuren vor Ort getroffen werden soll.“

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