Versammlung: Bonner SPD stellt Bülow als OB-Kandidatin

Versammlung : Bonner SPD stellt Bülow als OB-Kandidatin

Die Bornheimer Beigeordnete Lissi Bülow kandidiert im kommenden Jahr als Oberbürgermeisterin. Die Bonner SPD wählte sie auf der Mitgliederversammlung mit 121 Stimmen als Kandidatin.

Die Bonner SPD schickt die Bornheimer Beigeordnete Lissi von Bülow ins Rennen für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr. Bei einer Mitgliederversammlung im Beueler Rathaus erhielt sie bei ihrer Kür volle Rückendeckung. Sämtliche 121 abgegebenen Stimmen entfielen auf die einzige Kandidatin, die eine Findungskommission zur Wahl empfohlen hatte.

Eingangs hatte die 43-jährige Bonnerin, verheiratet und Mutter dreier Kinder, bei ihrer Antrittsrede skizziert, wofür sie im Wahlkampf stehen will. Chancengleichheit schaffen, Bildungsgerechtigkeit herstellen: Das sind klassische sozialdemokratische Themen, in denen es aus ihrer Sicht unter der jetzigen Führung des amtierenden Vorgängers Ashok Sridharan nicht rund läuft. „Es kann nicht sein, dass in einer eigentlich reichen Stadt wie Bonn jedes fünfte Kind von Armut bedroht ist.“ Sie sprach aber auch von fehlender Urbanität in den Innenstädten. „Ich will, dass die Plätze so gestaltet sind, dass die Menschen sich wieder begegnen können.“ Der Kern ihrer Botschaft lautete: „Bonn geht nur gemeinsam.“ Um das umzusetzen, müssten sich die Mitarbeiter der Verwaltung auf Augenhöhe begegnen können, aber auch die politischen Kräfte überparteilich miteinander zusammenarbeiten. Nur so könne es bei den bedeutenden Themen Wohnen, Bildung, Bauen und Verkehr Fortschritte geben.

Fortschritte, die es aus Sicht des SPD-Vorsitzenden Gabriel Kunze unter dem amtierenden OB nicht gegeben habe. Die Schere zwischen reich und arm gehe weiter auseinander. „Es ist absehbar, dass uns im nächsten Jahr 1800 Kita-Plätze fehlen werden und ich befürchte, dass gerade die darunter zu leiden haben werden, die sich nicht wehren können.“

Auch der Bonner SPD ist klar, dass das Rennen bei den derzeitigen Umfragewerten nicht einfach wird. Als Mutmacher hatten sie den Oberbürgermeister von Wuppertal, Andreas Mucke, eingeladen. Mucke hatte das Amt vor vier Jahren gegen den Amtsinhaber Peter Jung von der CDU in einer Stichwahl gewonnen, unter äußerst schwierigen Startbedingungen, wie Mucke betonte. Er rief den Genossen denn auch zu: „Sie müssen Lissi von Bülow unterstützen, wo es nur geht. Und dann kämpfen, kämpfen, kämpfen.“ Der Wahlkampf beginne mit der Wahl und müsse die Bürger auch im Herzen erreichen.

Dass die jetzige Mitgliederversammlung nun ausgerechnet auf einen „Freitag, den 13.“ fiel, mochte keiner in der SPD als schlechtes Zeichen deuten. Im Gegenteil: Die Kommunalwahl in einem Jahr fällt genau auf dieses Datum. Der amtierende OB Ashok Sridharan hat sein Interesse an einer neuen Amtszeit bereits angekündigt, die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne) hat ihren Hut als Kandidatin für ihre Partei ebenfalls in den Ring geworfen.