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Parteiaustritt von Golalei Mamozei: Bonner SPD-Ratsfraktion schrumpft auf 18 Mitglieder

Parteiaustritt von Golalei Mamozei : Bonner SPD-Ratsfraktion schrumpft auf 18 Mitglieder

Da waren's nur noch 18: Die zu Beginn der Wahlperiode 20 Sitze zählende SPD-Fraktion im Bonner Stadtrat hat mit Golalei Mamozei einen weiteren Abgang zu verzeichnen. Ihr Mandat will die Kommunalpolitikerin jedoch behalten.

Die SPD-Ratsfraktion muss Federn lassen: Die Tannenbuscher Stadtverordnete Golalei Mamozei hat ihr Parteibuch zurückgeben. Die 46-Jährige will allerdings ihr Mandat behalten und als parteiloses Mitglied im Stadtrat bleiben. Nach dem Austritt von Sebastian Kelm vor drei Jahren schrumpft die SPD-Ratsfraktion damit von einst 20 auf nunmehr 18 Sitze.

„Ich bin zutiefst enttäuscht von meiner Partei“, erklärte Mamozei, die 2013 in die SPD eingetreten war. Ihre Genossen aus dem Bonner Unterbezirk und der Fraktion hätten sich zu wenig für ihre Anliegen im Stadtteil Tannenbusch interessiert. „Dort gibt es massenweise Probleme. Viele Familien sind arm, die Jugendlichen leiden unter Perspektivlosigkeit, viele nehmen Drogen“, fasst Mamozei einige Punkte zusammen, um die sich ihrer Meinung nach die SPD in Bonn zu wenig kümmere.

Als Inhaberin eines Nachhilfeinstituts habe sie in Tannenbusch hautnah mit den Menschen zu tun und erlebe ständig, wie sie – davon die meisten mit Migrationshintergrund – mit vielen Alltagsproblemen zu kämpfen hätten, sagt die studierte Betriebswirtschaftswissenschaftlerin, die vor 30 Jahren mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland kam.

„Wir sind über den Austritt sehr überrascht“, sagte Parteichef Gabriel Kunze dem GA. „Wir sehen das als eine persönliche Entscheidung von Frau Mamozei, genauso wie ihre Entscheidung zuvor, nicht mehr für die Kommunalwahl 2020 anzutreten.“ Die Vorwürfe, die SPD setze sich zu wenig für die Menschen in Tannenbusch ein, wies er zurück. „Gerade dort ist die SPD sehr aktiv.“ Er forderte Mamozei auf, das Ratsmandat der SPD zurückzugeben, zumal sie ohnehin nur über die Liste in den Stadtrat eingezogen sei.