Unter den Top sechs: Bonner Sängerin Makeda Michalke will zum ESC

Unter den Top sechs : Bonner Sängerin Makeda Michalke will zum ESC

Die Bonner Sängerin Makeda ist mehrfach zum ESC eingeladen worden. Sie winkte dreimal ab. In diesem Jahr sagte sie für die Nominierung zu - und ist unter den Top sechs.

Hartnäckigkeit kann man den Verantwortlichen für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) zumindest im Fall von Makeda Michalke nicht absprechen. „Dreimal sind sie in den vergangenen Jahren auf mich zugekommen, ohne dass ich mich beworben hätte“, erzählt die junge Sängerin aus Bonn und lacht. „Das hat mich immer überrascht, aber auch gefreut.“ Immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass angesichts hunderter potenzieller Bewerber ein ums andere Mal die selbe Künstlerin angefragt wird. Jetzt, beim dritten Anlauf, hat es endlich geklappt.

Und wie: Makeda ist eine von sechs Kandidaten, die bereits für „Unser Lied für Israel“ feststehen und im Februar um eine Nominierung für einen der wohl wichtigsten internationalen Musikwettbewerbe der Welt kämpfen. Doch Makeda ist entspannt. Zumindest noch. „Im Moment ist alles eigentlich so wie immer“, erzählt die 28-Jährige, die als Solokünstlerin antritt. „Ich bin mit meiner BandSteal A Taxi auf Tour, mit der ich ja auch ein neues Album aufgenommen habe, und lebe mein Leben.“

Doch im Hintergrund brodelt es. Anfang November war Makeda im Song Writing Camp in Berlin, bei dem sie ebenso wie die anderen teilnehmenden Kandidaten fünf Stücke komponiert und eingereicht hat. Zu diesen wird sich nun eine Jury äußern. „In diesem Jahr ist es aber so, dass das letzte Wort bei uns Künstlern liegt“, freut sich Makeda. „Ich finde es ohnehin schon klasse, dass wir unsere eigenen Songs schreiben dürfen und nicht irgendetwas vorgegeben bekommen, mit dem wir uns gegebenenfalls gar nicht identifizieren können. Stattdessen haben wir unglaubliche Freiheiten, müssen auch keinen Plattenvertrag unterschreiben oder so etwas in der Art. Diese Konditionen waren für mich auch der Grund, noch einmal mitzumachen.“

Wenn die Jury schließlich ihre Bewertungen abgegeben hat, muss Makeda sich entscheiden. „Ich rechne damit, dass ich noch in dieser oder spätestens in der kommenden Woche eine Rückmeldung erhalte, welcher Song aus Sicht der Experten die größten Chancen beim ESC hat“, erklärt die Sängerin. „Dann muss ich einen meiner Songs auswählen, mit dem ich antreten will. Letztlich kommt es darauf an, worauf ich Bock habe und welche Makeda ich der Welt zeigen will. Als Solokünstlerin bin ich ja eher etwas ruhiger, mit Steal A Taxi dagegen mehr Rampensau. Auch die fünf Titel, die ich in Berlin geschrieben habe, spiegeln das wider und sind alle ganz unterschiedlich. Insofern kann ich jetzt noch gar nicht so genau sagen, welchen Weg ich einschlagen werde.“

Unabhängig davon kann natürlich auch einer der anderen Musiker das Ticket für Tel Aviv lösen. Als Konkurrenten sieht Makeda die Finalisten dennoch nicht. „Wir haben uns beim Song Writing Camp alle super verstanden“, freut sie sich. „Jeder ist auf seine Weise etwas Besonderes, alle waren aufgeschlossen und neugierig. Es war einfach eine tolle Atmosphäre. Alleine deswegen glaube ich, dass wir alle bereits gewonnen haben.“

Im Februar wird sich dann entscheiden, ob Makeda auch auf die internationale Bühne drängen darf. Spätestens dann, das weiß auch die Bonnerin, dürfte die Nervosität zumindest ein klein wenig wachsen.

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