Bonner Premiere von „Oh Alpenglühen“ in Malentes Theaterpalast

Theater in Bonn : „Oh Alpenglühn“ begeistert in Malentes Theaterpalast

In der Revue „Oh Alpenglühn!“ leben Charlotte Heinke und Benjamin Sommerfeld ihre Lust an der Improvisation aus - zur großen Freude des Publikums in Malentes Theaterpalast.

„Hörst Du das Lied der Berge? Die Berge, sie grüßen dich.“ Charlotte Maria Sommerfeld hat sich ihren Wellness-Aufenthalt im Schnee ganz anders vorgestellt. Die Schlagersängerin mit einer verkauften Single will ausspannen und ihren Mann, den Fremdgänger, vergessen. So landet sie auf dem Hof von Leopold, der sie gleich fürs Kühemelken begeistern will, um ihr Herz zu erobern. So singen sich beide in den Liebeshimmel, in dem Poldis verstorbene Mutter noch ein Wörtchen mitreden will.

Auch wenn die beiden Malentes, Dirk Voßberg-Vanmarcke und Knut Vanmarcke, diesmal nicht selbst mitspielen, so liegt das Lustspiel „Oh Alpenglühn!“ von Mirko Bott doch ganz in der Tradition der Musikrevuen im Theaterpalast an der B 9. Ein großer Spaß, getragen von den Schauspielern Charlotte Heinke und Benjamin Sommerfeld.

Das Stück lief schon in Schmidts Tivoli in Hamburg und zuletzt in Dresden. In Bonn wurde es in die verschneiten Alpen verlegt, wo das junge Pärchen Tannenbäume streichelt und eine auf einem Tablett festgeklebte Brotzeit verspeist. Es ist wieder mal alles nicht so ernst gemeint, obwohl über dem Ganzen ein Schatten zu liegen scheint.Das Stück unter (Regie Nik Breidenbach) lebt von den Improvisationen, die Heinke und Sommerfeld voll auskosten.

„Ich bin hier in irgend so einer Absteige gelandet: Malentes Theaterpalast“, quakt die Chansonnière in ihr Telefon, als sie in Stöckelschuhen durchs Publikum (und den Schnee) zum Hof watschelt. „Ich werde hier die ganze Zeit von den Eingeborenen angeglotzt.“ Publikum, sei auf der Hut: So sitzt sie später bei der Premiere auf dem Schoß vom Geißenpeter (dem Bonner Hotelier Fritz Dreesen) und tanzt mit Heidi (Karnevals-Festausschusspräsidentin Marlies Stockhorst) auf der Bühne. Charlottes Kommentar: „Heidi, du hast mir meine Kindheit versüßt.“

Die vielen Gassenhauer sind Programm

Wenn sie am Anfang noch die aufgedrehte Zicke gibt, zieht Poldi ihr den Zahn schon bald: Sie sei die „leicht hysterische Großstadtneurotikerin, die mal so richtig durchatmen muss.“ Un, dos, tres: Auf einmal steht er da in Lederhosen und Feinrippunterhemd und schmachtet Ricky Martins „María“. Die Gratwanderung von Schlager bis Pop gelingt dem Berliner und der Hamburgerin; zu hören sind Gassenhauer wie „Hohe Berge“, „Ich weiß, was ich will“, „Wahnsinn“ und „All I Want for Christmas Is You“. Klasse das Duett „Shut Up and Dance“. Doch es lauern noch dunkle Geheimnisse, die in einem grausigen Fund in einer Lebensmittelbox münden. Zu Falcos „Jeanny“ fällt Charlotte nur noch ein: „Da macht man einmal Urlaub…“

„Toll. Die Bonner sind total herzlich“, sagt die 46-jährige Heinke nach der Show. Doch nur zu zweit auf der Bühne zu stehen, ist auch sehr anstrengend, wie Sommerfeld (31) zugibt. Doch sie haben beide die Kondition dafür. „Das Stück funktioniert über die Improvisationen“, so Heinke, die in der Rolle als ihr eigener Ehemann mit Schnurrbart und schwarzem Mantel regelmäßig Lachanfälle bekommt. Sie spielt derzeit auch in „Zickenzirkus“ mit Kim Fisher in der Comödie Dresden. Sommerfeld gibt parallel den Freddy in „My Fair Lady“ in Chemnitz.

„Oh Alpenglühn!“ läuft bis zum 15. Februar im Spiegelzelt an der Godesberger Allee 69. Ab dem 28. November kommt „Schlager gibt es immer wieder“ hinzu.

Mehr Informationen zum Stück gibt’s auf www.theaterpalast.de.