Bezirksvertretung: Bonner Politiker lehnen Schilderbrücken am Trajektknoten ab

Bezirksvertretung : Bonner Politiker lehnen Schilderbrücken am Trajektknoten ab

Seinem Unmut beim Thema Beschilderung am Trajektknoten auf der Bundesstraße 9 machte Harald Lohmeyer (Grüne) in der Bezirksvertretung am Dienstag Luft.

Bei dem Vorschlag, am Kreisel Schilderbrücken anzubringen, „haben Bürohengste zusammengefunden“, schimpfte er unter beifälligem Nicken vieler Bezirksverordneter. Nach seiner Auffassung ist der Kreisverkehr eine Fehlkonstruktion. Die aufgestellten Ampeln würden die Verkehrsführung nicht verbessern. Daran würden auch die von der Verwaltung auf Anraten der Bezirksregierung und der Unfallkommission vorgeschlagenen Schilderbrücken zur Orientierung für Autofahrer nichts ändern.

Hintergrund für den Verwaltungsvorschlag ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Laut Verwaltung ereigneten sich seit Inbetriebnahme des Trajektknotens 2013 bis 2016 rund 160 Unfälle mit zwei Schwer- und 22 Leichtverletzten. Lohmeyer regte an, diese Zahlen zu hinterfragen. „Ist dort wirklich ein Unfallschwerpunkt und müssen solche Maßnahmen ergriffen werden?“, argumentierte er. Vielmehr habe „der Kreisel zu viele Spuren, und es wird zu schnell gefahren.“

Wie berichtet, schlägt die Verwaltung auf der Friedrich-Ebert-Allee jeweils vor den Einfahrten in den Kreisel Schilderbrücken vor. Sie sind über elf Meter breit, 2,20 Meter hoch und überspannen die Fahrbahnen. Für die Einfahrten von der Marie-Kahle-Allee und der Franz-Josef-Strauß-Allee sind zwei große Verkehrstafeln geplant, außerdem vier kleinere Schilder und 13 Wegweiser. Kostenpunkt: 170.000 Euro – 100.000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen.

Auch andere Bezirksverordnete sparten nicht mit Kritik. „Solche Schilderbrücken wären eine optische Katastrophe“, urteilte Hanno von Raußendorf (Linke). Sie würde weder der architektonisch hochwertigen Umgebung noch dem im Kreiselzentrum aufgestellten Kunstwerk Arc '89 gerecht. „Ist das nun Kreisel oder eine Kreuzung mit Bauch?“, spottete Christoph Grenz (Piraten).

Peter Kern (Bürger Bund Bonn) wiederholte seinen Vorschlag, versuchsweise die Ampeln abzuschalten.

Angesichts der Kritik ruderte die Verwaltung zurück. „Ich stelle fest, der Vorschlag ist nicht mehrheitsfähig“, sagte Daniel Koch vom Tiefbauamt. Man werde nacharbeiten, versprach er. Vorschläge der Politiker wie Ampeln abstellen, Temporeduzierung und Änderung der Spuren würden einbezogen.

Der Tagesordnungspunkt wurde erneut vertagt. Das ist seit Anfang des Jahres das siebte Mal. Wie Koch erklärte, könne eine neue Planung frühestens bei der übernächsten Sitzung der Bezirksvertretung vorgelegt werden.

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