Venusfallen-Prozess: Bonner Paar lockt Drogendealer in die Liebesfalle

Venusfallen-Prozess : Bonner Paar lockt Drogendealer in die Liebesfalle

Aus Rache an einem Drogendealer schmiedete ein 27-jähriger Bonner einen perfiden Plan. Mit daran beteiligt war seine 19-jährige Freundin. Nun hat die 10. Große Strafkammer des Bonner Landgerichts das Paar wegen ihrer Tat verurteilt.

„Das war ein böser Racheakt und ein hinterhältiger Überfall“, hieß es am Freitag im Urteil zum sogenannten Venusfallen-Prozess vor dem Bonner Landgericht. Die 10. Große Strafkammer hat ein Paar verurteilt, das im Februar 2016 einen 28-Jährigen in einen Hinterhalt gelockt hatte, um sich an ihm zu rächen und ihn auszurauben.

Komplizin erhält Jugendstrafe

Wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung sowie gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung wurde ein 27-jähriger Bonner zu vier Jahren Haft verurteilt, seine junge Komplizin, die zur Tatzeit 19 Jahre alt war, bekam eine einjährige Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage muss die Angeklagte 150 Sozialstunden machen.

Hintergrund des Verbrechens laut Urteil: Der 27-jährige Angeklagte hatte bei dem späteren Opfer Amphetamin gekauft, war in Vorkasse getreten, hatte dafür aber keinen Stoff erhalten. Er soll „supersauer“ gewesen sein, vor allem, weil der Dealer nicht mehr erreichbar gewesen war. Gemeinsam mit seiner damaligen Geliebten entwickelte er den perfiden Plan, den säumigen Drogenhändler über Facebook in eine Liebesfalle zu locken. Durch Anflirten im Chat erreichte es die 19-Jährige schließlich, dass das Opfer in ihre Wohnung kam, angeblich zum Mittagessen.

Angeklagter gesteht

In der Wohnung jedoch wurde der 27-Jährige von zwei maskierten Männern (der zweite ist weiterhin unbekannt) überfallen, geschlagen und gefesselt. Dem Opfer gelang es, sich in der Toilette zu verschanzen und über ein zweites Handy einen Notruf abzusetzen. Die beiden Angreifer flüchteten, das Opfer zeigte den Fall an. In der Nacht noch wurde das Pärchen aus dem Tiefschlaf geholt und festgenommen.

Der Angeklagte habe – davon gehen die Richter aus – den Plan gehabt, sich den Hausschlüssel des Opfers zu nehmen, um aus dessen Wohnung sämtliche Drogen und Geld zu holen. Im letzten Wort hatte der 27-Jährige erklärt: „Ich habe Mist gebaut. Ich übernehme die volle Verantwortung. Auch, dass ich die Freundin mit reingezogen habe, das tut mir sehr leid.“

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