Mit Auto angefahren und halb totgeschlagen: Bonner nach Attacke auf Lebensgefährtin vor Gericht

Mit Auto angefahren und halb totgeschlagen : Bonner nach Attacke auf Lebensgefährtin vor Gericht

Ein 49-Jähriger wollte seine ehemalige Lebensgefährtin in Holzlar umbringen. Der Mann fuhr sie mit seinem Auto an und schlug danach mit Händen und Steinen auf die 33-Jährige ein. Nun muss er sich vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Ein 49-jähriger Bonner wird beschuldigt, seiner ehemaligen Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen Tochter vor deren Haus in Beuel aufgelauert und sie mit seinem Wagen angefahren zu haben. Dafür muss er sich demnächst vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Wie Gerichtssprecher Tobias Gülich am Montag auf Anfrage bestätigte, wird dem Angeklagten versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Nach der Attacke mit seinem Auto soll der offenbar vor Eifersucht tobende Mann mit den Händen und danach auch noch mit faustgroßen Steinen auf die wehrlose Frau eingeschlagen haben.

Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung

Was sich am Morgen des 8. April dieses Jahres in einem Wohngebiet im Beueler Ortsteil Holzlar ereignet haben soll, hat eine Vorgeschichte: Der Angeklagte soll schon seit Langem wütend gewesen sein, weil seine ehemalige Lebensgefährtin sich von ihm getrennt hatte und mittlerweile wohl auch einen neuen Partner gefunden hatte. Weil er diese Wut offenbar nicht unter Kontrolle bringen konnte, hatte die verängstigte Frau mehrfach die Polizei zu Hilfe gerufen, wie zahlreiche Strafanzeigen belegen sollen. Unter anderem soll er der 33-Jährigen gedroht haben, sie umzubringen.

So bestand schon zum Tatzeitpunkt ein Kontaktverbot. Laut Anklage passte der Mann gegen 9 Uhr die 33-Jährige und die knapp dreijährige Tochter vor dem Haus in Holzlar ab. Dazu soll er seinen Wagen so in einer Seitenstraße geparkt haben, dass die Frau ihn zunächst nicht sehen konnte, als sie mit der Tochter im Kinderwagen das Haus verließ, um das Kind in den Kindergarten zu bringen.

Nachdem die Frau wenige Schritte mit dem Kinderwagen zurückgelegt hatte, soll der Angeklagte seinen Wagen dann gestartet haben und auf sie zugebraust sein. Ungebremst rammte der Wagen die Frau, die über die Motorhaube geflogen und seitlich wieder heruntergefallen sein soll. Der Wagen des 49-Jährigen kam schließlich an der Betonmauer einer Tiefgarageneinfahrt zum Stehen. Offenbar, weil die Frau versuchte, wieder aufzustehen, stieg der 49-Jährige laut Anklage aus seinem Wagen aus und schlug ihr solange mit der Hand ins Gesicht, bis sie erneut zu Boden ging.

Danach soll der Täter regelrecht Amok gelaufen sein und die am Boden liegende Frau mit Tritten und zwei in einem Beet gefundenen, faustgroßen Steinen weiter malträtiert haben. Die Gewaltorgie soll erst ein Ende gefunden haben, als mehrere Zeugen hinzueilten und lauthals brüllten, er solle aufhören.

Opfer lag nach Schädelbasisbruch wochenlang im Koma

Die Frau trug bei den Attacken schwerste Verletzungen, unter anderem einen Schädelbasisbruch, eine sogenannte Skalpierungsfraktur und Hirnblutungen davon. Ihr Zustand soll akut lebensbedrohlich gewesen sein und zu einem mehrwöchigen Koma geführt haben.

Die Tochter wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Nach der Tat flüchtete der Mann zunächst und löste eine umfangreiche Fahndung aus. Rund zwei Stunden nach der Tat stellte er sich der Polizei im Ramersdorfer Präsidium.

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