Dennoch keine Kostensteigerung: Bonner Münster wird erst 2021 fertig

Dennoch keine Kostensteigerung : Bonner Münster wird erst 2021 fertig

Das Bonner Münster wird nicht Ende 2020 eröffnet. Dem GA wurde bestätigt, dass die Eröffnung nun erst für Ostern 2021 geplant ist. Grund dafür sind Arbeiten im Inneren der Kirche.

Die Bauarbeiten am Bonner Münster werden voraussichtlich erst im Frühjahr 2021 zum Osterfest statt wie bislang geplant Ende 2020 abgeschlossen sein. Dies bestätigte der neue Stadtdechant Wolfgang Picken. Grund für die Verzögerungen sind einige Innenarbeiten im Münster, die ausschreibungspflichtig sind, über die aber erst jetzt nach der Amtseinführung Pickens abschließend entschieden worden ist. „Es ging um viele Detailfragen, etwa ob der Taufstein versetzt wird oder die alte Barockkanzel an einen neuen Platz kommt“, erklärt Picken gegenüber dem GA. Es sei in diesem Zusammenhang diskutiert worden, ob die Veränderungen möglicherweise zu einer Verbesserung führten.

Aus Sicht des Stadtdechanten war dies aber nicht der Fall: „Ich habe kein Interesse an Veränderungen“, betont Picken, der von einer „maßvollen Verzögerung“ bei den Bauarbeiten spricht. Folglich werden weder der Taufstein noch die Barockkanzel einen neuen Platz im Münster bekommen. „Der Kosten- und Zeitaufwand dafür wäre zu hoch gewesen“, sagt Picken, der seit dem 10. März als Stadtdechant und Münsterpfarrer tätig ist.

Ähnlich sieht es mit einem Aufzug an der östlichen Außenfassade als barrierefreiem Zugang zum Münster aus, über den diskutiert worden war: Auch diese Baumaßnahme sei wegen des Denkmalschutzes und zu hoher Kosten vom Tisch. „Die Summe, die der Aufzug gekostet hätte, wäre nach außen nicht kommunizierbar gewesen“, so Picken. Gleichwohl gebe es Überlegungen, wie bestimmte Barrieren im Münster überwunden werden könnten.

Kein höherer Kostenaufwand

Zu einem höheren Kostenaufwand sollen die Verzögerungen laut Picken indes nicht führen. Die geplanten Arbeiten würden zwar erst jetzt ausgeschrieben, die Kosten dafür seien in den Planungen aber berücksichtigt. Generell sei aktuell nicht davon auszugehen, dass die auf 20,22 Millionen Euro taxierten Sanierungskosten überschritten würden. „Da das Fundament und die Gewölbe gesichtet sind, erwarte ich da keine großen Überraschungen mehr“, meint Picken.

Um den Liebhabern des Münsters die Wartezeit bis zur Neueröffnung zu verkürzen, bringt der Stadtdechant die Möglichkeit ins Spiel, die Baustelle an zwei oder drei Tagen für Besucher zu öffnen. „Eventuell könnte man einen festgelegten Weg dafür im Münster bestimmen. Dazu möchte ich mit dem Architekten diskutieren“, sagt Picken. Bei der Begehung des Münsters könnten die Besucher dann sehen, welche Arbeiten bereits abgeschlossen seien und wo die Handwerker noch tätig seien.

Angeboten werden Baustellenführungen derzeit schon vom Münster-Bauverein. Zuletzt sei dies am 19. Februar der Fall gewesen, sagt Vereinsvorstand Karl Wilhelm Starcke. Auch in den nächsten Monaten habe man wieder vor, mit Interessierten die Baustelle zu besichtigen. „So etwas gehört mit zur Transparenz“, meint Starcke. Dass es zu Verzögerungen bei den Arbeiten komme, sei angesichts der Turbulenzen rund um die Finanzaffäre und die Vakanz auf dem Posten des Stadtdechanten nachvollziehbar. „Für unseren Verein sind die Finanzen maßgeblich“, sagt Starcke, „da gehen wir davon aus, dass es bei den 20,22 Millionen Euro bleibt.“ Unverändert bleibt auch das Ziel des Vereins: Bis Ende dieses Jahres wollen die Mitglieder die angestrebten zwei Millionen Euro zusammenhaben.

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