Abenteuertripp in Namibia: Bonner macht mit Joey Kelly Extremsport in der Wüste

Abenteuertripp in Namibia : Bonner macht mit Joey Kelly Extremsport in der Wüste

Der Bonner Lars Wonneberger ist immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Dass er nun nach Namibia durfte, verdankt er einer kurzen Mail.

Lars Wonneberger liebt die Herausforderung. Im Job, aber auch in seiner Freizeit, sucht der 38-Jährige den Kick. In Namibia fand er ihn bei einem Abenteuertrip mit Extremsportler und Musiker Joey Kelly. Seit er denken kann, hat Wonneberger Sport getrieben. Ohne geht es nicht.

Dabei muss der Bonner auch im Job Höchstleistung liefern. Als Sales Manager bei einem Bonner Softwareunternehmen. Woher nimmt er die Kraft? Der Sport sei nur ein Ausgleich zu seinem Job, der sich doch meist am Schreibtisch abspiele. „Im Job ist meine geistige Leistung gefragt, im Sport die körperliche.“

Wonneberger ist Profi im Extrem-Hindernislauf, einer Disziplin, die bislang im Bonner Raum zu keiner Vereinsgründung geführt hat. Der 38-Jährige trainiert selbstständig. Läuft Marathons, Sprints, trainiert seine Fitness mal im Studio, mal im Freien. Bonn habe die schönsten Möglichkeiten, im Freien zu trainieren. „Wir haben hier fast alles, grüne Auen, die unterschiedlichsten Waldgebiete, Felsen zum Klettern und sogar Höhenunterschiede“, sagt Wonneberger.

Zur EM nach Dänemark

In diesem Jahr hat er es mit seiner Energie bis zu den OCR-Europameisterschaften nach Dänemark geschafft. OCR steht für Obstacle Course Racing und bezeichnet Hindernisläufe, die eher an die Grundausbildung der Bundeswehr erinnern als an eine sportliche Disziplin. Am 13. Oktober nahm er am Iron Viking, einem OCR-Marathon bei Amsterdam, teil. Um sich für die Europameisterschaften im nächsten Jahr zu qualifizieren, wird Wonneberger beim Lakerun am 11.November in Trendelburg an den Start gehen.

„Mal müssen wir uns an Stangen entlanghangeln, mal unter Stacheldraht hindurchkriechen“, erklärt Wonneberger die Besonderheiten seiner kräftezehrenden Freizeitbeschäftigung. Dabei kommt es ihm nicht auf einen Wettkampf mit anderen an, er will sich selbst übertreffen. Als er bei Facebook den Hinweis der Firma Herbacin gelesen hat, dass eine „Challenge mit Joey Kelly“ zu gewinnen sei, zögerte er nicht lange und schrieb nur zwei Sätze: „Ich will. Weil ich immer neue Herausforderungen suche.“ Dass er damit nach zweimaligem E-Mail-Kontakt, einem Bewerbungsschreiben und einem Telefonat weiterkam, hat ihn selbst überrascht. „Ich habe noch nie gehört, dass jemand über eine Ausschreibung über die sozialen Medien tatsächlich etwas gewonnen hat“, so seine nüchterne Stellungnahme dazu.

Vier Tage mit fünf Mitstreitern

Ende August war es soweit. Die Reise nach Namibia stand auf dem Plan. Vier Tage Abenteuer lagen vor ihm und fünf Mitstreitern. Bei dem Projekt ging es nicht darum, Joey Kelly zu schlagen. „Wir mussten eher alle am selben Strang ziehen und im Team agieren“, erklärt Wonneberger. Sie übernachteten in der Wüste, fuhren mit dem Quad, gingen auf Safari und kletterten auf Berge. „Wir liefen in felsigem Gelände und schwammen mit Robben.“ Sportlich verlangte die Tour den Teilnehmern einiges ab. „Jeder von uns hatte andere Stärken, das hat man schnell gemerkt. Aber niemand wurde zurückgelassen, wir mussten die Herausforderung gemeinsam meistern“, sagt der 38-Jährige.

Dass man auch Joey Kelly dabei näherkam, war zwangsläufig gegeben. „Wenn man in der Wüste zeltet und abends am Lagerfeuer sitzt, erfährt man schon viel voneinander. Das ist ein echt netter Typ. Auch als Gruppe haben wir wunderbar funktioniert!“, blickt der Bonner zurück. Die Reise habe ihn nachhaltig beeindruckt. „Vor allem das Land ist einfach grandios.“ Und vielleicht führt ihn seine Hochzeitsreise noch einmal dorthin. „Wenn alles gut geht, heiraten meine Lebensgefährtin und ich im nächsten Jahr“, verrät er.