"Rotznasen" an der Nassestraße: Bonner Kita muss 2020 ausziehen

"Rotznasen" an der Nassestraße : Bonner Kita muss 2020 ausziehen

Aufgrund des geplanten Neubaus von Mensa und Verwaltungsgebäude des Studierendenwerks wurde der Kita "Rotznasen" an der Nassestraße der Mietvertrag gekündigt. Jetzt suchen sie dringend eine neue Bleibe.

Die Eltern und Erzieher der Kita "Rotznasen" an der Nassestraße 9 sind in großer Sorge. Das Studierendenwerk Bonn hat den Mietvertrag zum Juli 2020 wegen des geplanten Neubaus von Mensa und Verwaltungsgebäude rund um die Nasse- und Lennéstraße gekündigt. "Wir suchen dringend neue, geeignete und bezahlbare Räume", erklärt Kita-Sprecherin Isabelle Arrenbrecht.

Wie berichtet, will das Werk bis 2023 für 40 Millionen Euro einen Neubau im Karree zwischen Lenné-, Nasse- und Kaiserstraße errichten. Im Zuge dessen soll das an die Elterninitiative vermietete Gebäude denkmalgerecht saniert werden, bestätigt Robert Anders, Sprecher des Studierendenwerks, auf Anfrage. Im Raumprogramm sei dabei in Zukunft keine Kita mehr vorgesehen.

"Sofern wir keine neuen Räume finden, haben ab Sommer nächsten Jahres 16 Kinder keine Betreuung mehr, 26 Elternteile keine Betreuung der Kinder während der Arbeitszeiten, und vier Erzieherinnen und eine Auszubildende keine Arbeit mehr", sagt Arrenbrecht. Der Verein müsste sich auflösen, und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem man 25-jähriges Jubiläum feiern wolle. "Wir müssen Ende Juli 2020 ausziehen. Früher sollte natürlich auch möglich sein."

All das wolle man verhindern. "Sollten die Kita schließen, verlieren wir unsere finanzielle und berufliche Planungssicherheit, unsere Kinder liebgewonnene Freunde und unsere Erzieherinnen ihren Job", klagt "Rotznasen"-Mutter Katrin von Nida. Man dürfe nicht zulassen, dass diese Kita keinen Fortbestand mehr haben könnte, ergänzt Brigitte Stelter.

Laut Anders stehe das Studierendenwerk seit Anfang 2018 über das Thema in engem Austausch mit dem Kita-Verein und der Vorsitzenden Vanessa Hollmann. Gemeinsam und in Absprache mit dem städtischen und dem NRW-Jugendamt habe man versucht, in relativer Nähe der Kita eine mehrjährige Interimslösung oder einen neuen dauerhaften Standort zu finden. Mehrere Alternativen seien gemeinsam besichtigt worden, etwa das Wohnheim Augustinushaus und das Bürogebäude "Blaues Haus" an der Adenauerallee. Beide Gebäude seien jedoch als Interimslösungen ausgefallen, so Anders. "Wir suchen weiterhin nach einer für beide Seiten guten Lösung."

Darauf wollen sich die Eltern jedoch nicht allein verlassen. Sie haben sich auch selbst auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht. Für eine Elterninitiative sei es laut Arrenbrecht bei einer Interimslösung unmöglich, zwei Umzüge zu finanzieren. "Wir suchen deshalb eine Dauerlösung, die finanziell machbar ist und unsere Kinder nicht aus dem Koffer leben lässt." Als Immobilie kämen eine Wohnung, ein Haus oder Büroräume ab 180 Quadratmetern mit Außengelände in Frage. "Wir können Umbaumaßnahmen gewährleisten", sagt Arrenbrecht. Eine Immobilie in der City, Alt-, West- oder Südstadt, in Kessenich, Poppelsdorf oder Endenich sei von Vorteil, aber kein Muss.

Kontakt unter 0228/265395 und auf www.kitarotznasen.de

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