Unfall im Hambacher Forst: Bonner Jugendbewegung gedenkt totem Journalisten

Unfall im Hambacher Forst : Bonner Jugendbewegung gedenkt totem Journalisten

Mit einer Aktion im Bonner Hofgarten trauert die Bonner Jugendbewegung um den im Hambacher Forst verstorbenen Journalisten. Zudem zeigen sie Solidarität für die Aktivisten im Wald.

Die Bäume im Bonner Hofgarten tragen seit Donnerstagabend zahlreiche Plakate - jedes mit einer anderen Aufschrift. "Steffen, wir danken dir. Du hast die Welt zu einem besseren Ort gemacht", ist unter anderem auf ihnen zu lesen. Die Bonner Jugendbewegung gedenkt mit dieser Aktion dem im Hambacher Forst tödlich verunglückten Journalisten.

"Auch wir haben uns heute in Bonn versammelt für einen Moment der Reflekion und Trauer um den Freund Steffen M., der bei der Dokumentation der Geschehnisse im Hambacher Forst ums Leben kam. Sein Tod hat uns alle erschrocken, berührt, fassungslos und wütend gemacht", schrieb die Bonner Jugendbewegung am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Die Plakate an den Bäumen im Hofgarten sollen dem Journalisten ein Denkmal setzen.

Der Journalist war am Mittwoch während der umstrittenen Räumungsaktion im Hambacher Forst von einer Hängebrücke aus rund 15 Metern auf den Waldboden gestürzt und gestorben. Er war zu den Besetzern geklettert, die zum Teil seit Jahren hoch oben in Baumhütten leben, um zu verhindern, dass der Forst gerodet wird, um dort Braunkohle zu baggern. Viele hier kannten den 27-Jährigen, weil er die Besetzung des Waldes mit der Kamera dokumentierte. Die Besetzer bezeichnen ihn als Freund.

Die Bonner Jugendbewegung ist 2009 aus den Schülerstreikkomitees nach den Bildungsstreiks entstanden. Sie versteht sich als offene linke Jugendgruppe, in der Schüler, Auszubildende und Studenten aktiv sind. Die Jugendgruppe möchte mit der Aktion im Hofgarten den Protest im Hambacher Forst unterstützen: "Wir alle sind tief betroffen und wollen unsere Solidarität mit dem Genossen und allen Aktivisten zeigen, die für den Erhalt des Waldes Kämpfen. In diesen Zeiten ist Solidarität unsere stärkste Waffe. Die Aktivisten führen ihren Kampf nicht alleine, sondern gemeinsam mit allen, die für eine bessere Welt aufstehen, streiten und auf die Straße gehen", schrieb die Jugendbewegung in ihrer Pressemitteilung. (Mit Material von dpa)

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