Auch Freibäder bereiten Sorge: Bonner Grüne wollen Ratsbürgerentscheid zu Bädern

Auch Freibäder bereiten Sorge : Bonner Grüne wollen Ratsbürgerentscheid zu Bädern

Die Grünen wollen die Frage, wie die Bäderlandschaft in Bonn gestaltet werden soll, per Ratsbürgerentscheid beantworten lassen. Es geht auch um die Zukunft einiger Freibäder.

Die Grünen wollen die Bonner Bäderfrage mit einem Ratsbürgerentscheid beantworten. Der Kreisverband hat auf einer Parteiversammlung am Dienstagabend einen entsprechenden Antrag an den Stadtrat beschlossen. Die Grünen hoffen, mit einer besonderen Form der Bürgerbeteiligung die Gräben zu überwinden, die der Bürgerentscheid gegen das Wasserland-Bad aufgerissen hat.

Das Verfahren soll in drei Stufen laufen: Zunächst sollen alle bisher beteiligten Verbände, Parteien und Initiativen sowie die Stadtverwaltung an einen Tisch, um mögliche Konzepte zu diskutieren. Eine Vorentscheidung, welche Bäder saniert oder durch Neubau ersetzt werden sollen, würde dann eine "Planungszelle" aus rund 50 repräsentativ ausgewählten Bonnern treffen. Dieses Ergebnis soll danach mit einem Ratsbürgerentscheid abgesichert werden. Heißt: Der Rat beschließt mit Zweidrittelmehrheit, alle Bürger abstimmen zu lassen. Ob die Koalitionspartner CDU und FDP diesen Plan der Grünen mittragen, ist noch unklar.

Auch die Freibäder bereiten der Stadt Sorgen

Als Bedingung legte die Partei fest, dass das Frankenbad künftig weiter öffentlich genutzt werden müsse. Dabei soll auch geprüft werden, ob es eine Schwimmhalle bleibt. In der mehr als zweistündigen Debatte forderten etliche Grüne, die Partei müsse sich knallhart auf die Badnutzung festlegen. "Das war doch 2014 unser Wahlversprechen", erinnerte Landesvorstandsmitglied Julia Mayer. Eine knappe Mehrheit der Versammlung entschied sich aber für die weichere Formulierung, um einer Bürgerbeteiligung nicht vorzugreifen.

Unterdessen zeigt sich: Nicht nur die Hallenbäder, sondern auch die sechs Freibäder bereiten der Stadtverwaltung Sorgen. Über einzelnen Freibädern schwebt das Damoklesschwert der Schließung, wenn keine Lösungen gefunden werden, hat die Verwaltung in einer Vorlage für das weitere Verfahren zur Gestaltung der Bäderlandschaft gewarnt (der GA berichtete). Sport- und Kulturdezernent Martin Schumacher gab sich am Mittwoch aber optimistisch. Er sehe die Situation der Freibäder nicht ganz so dramatisch wie das Sport- und Bäderamt, sagte er dem GA auf Nachfrage. "Ich denke, mit dieser Warnung soll der Politik deutlich gemacht werden, dass der Freibadbetrieb mit der derzeitigen Zahl der Fachkräfte auf Dauer nicht sichergestellt werden kann", so Schumacher. In diesem Sommer hätten die Freibäder nur unter großen Schwierigkeiten geöffnet bleiben können.

Teilweise hätten einige Bäder aber nachmittags schließen müssen, weil Fachpersonal fehlte. Zwei bis drei Stellen seien aufgrund des Fachkräftemangels unbesetzt. Außerdem benötige der Bäderbetrieb mindestens zwei zusätzliche Fachkräfte, damit in Hauptlastzeiten und in Krankheitsfällen Engpässe ausgeglichen werden könnten. "Ich denke, es müssen bessere Arbeitsbedingungen geschaffen werden, dazu gehört bessere Bezahlung der Fachkräfte", so Schumacher. Ein weiteres Problem: Studentische Aushilfskräfte mit Rettungsschein seien ebenfalls immer schwieriger zu bekommen. Schumacher: "Wir brauchen deshalb dringend auch für die Freibäder ein Personal- und Finanzkonzept".

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