Sondersitzung für SGB-Reform geplant: Bonner Gebäudemanagerin wehrt sich gegen Kritik

Sondersitzung für SGB-Reform geplant : Bonner Gebäudemanagerin wehrt sich gegen Kritik

Nägel mit Köpfen will die Jamaika-Koalition jetzt in Sachen Städtisches Gebäudemanagement machen. Nachdem die Verwaltung bei einer Organisationsuntersuchung „massive strukturelle Schwachstellen“ konstatiert hatte, soll das SGB neu aufgestellt werden.

Zu entsprechenden Empfehlungen der Verwaltung hat die Ratsmehrheit einen Änderungsantrag in die jüngste Sitzung des SGB-Ausschusses eingebracht, der allerdings auf Bitten der SPD zunächst in einer ersten Lesung beraten wurde. Ein Beschluss soll auf einer Sondersitzung gefasst werden, war man sich einig. Der Termin ist am 8. Januar.

Ziel ist es, nach Jahren, geprägt von Pleiten, Pech und Pannen, so schnell wie möglich im SGB standardisierte Prozesse, ein wirksameres Controlling, eine neue Gebäudemanagementsoftware und effektivere Strukturen zu installieren, erläuterte Tom Schmidt (Grüne) in der Sitzung den Antrag. „Wir sehen in den Ergebnissen des Organisations-Gutachtens eine sehr gute Grundlage für eine umfassende Neustrukturierung des SGB.“ Weil das Gutachten für die Betriebsleitung nur empfehlenden Charakter habe, wolle die Jamaika-Koalition mit ihrem Änderungsantrag eine verbindliche Grundlage für die Umsetzung der Empfehlungen und Ergebnisse des Gutachtens schaffen. „Das Gutachten soll eben nicht wirkungslos in einer Verwaltungsschublade verschwinden“, sagte Schmidt.

Zudem will die Koalition, wie berichtet, entgegen bisherigen Überlegungen die Führung des SGB neu organisieren. Vergeblich hatte die Stadt Bonn bisher nach einem kaufmännischen Betriebsleiter gesucht, der mit der Ingenieurin und SGB-Vizechefin Marion Duisberg das SGB auf Augenhöhe leiten sollte. Jetzt soll doch ein Manager oder eine Managerin mit „kaufmännisch und verwaltungsbetriebswirtschaftlich geprägtem Sachverstand“ an die Spitze des stadteigenen Betriebs gesetzt werden. Um möglichst hoch qualifizierte Interessenten zu gewinnen, soll der Posten ähnlich hoch dotiert werden wie der der Vebowag-Geschäftsführung, erklärte Schmidt. Ratsherr Dieter Schaper betonte, für die SPD-Ratsfraktion sei vor allem wichtig, für Großbauprojekte professionellere Strukturen zu finden und das SGB an dieser Stelle zu entlasten. Für die Umsetzung soll nun ein Lenkungsausschuss eingerichtet werden, der mit der Betriebsleitung die Neuaufstellung vorantreiben solle.

Marion Duisberg begrüßte grundsätzlich diese Vorgehensweise, nutzte aber die Gelegenheit im Ausschuss, eine Lanze für ihre Mitarbeiter zu brechen. Zwischen den Zeilen schwang hörbarer Frust mit über die permanente Kritik am SGB. „Nennen Sie mir eine Kita, die wir nicht gebaut haben, dort, wo wir Baurecht hatten.“ Duisberg warf der Politik auch gewissermaßen Gängelei vor. „Sie müssen uns auch ein Stück weit Freiheit in unserem Handeln lassen, wenn Sie wollen, dass wir unternehmerisch handeln“, sagte sie. Das müssten auch die neuen Rahmenbedingungen sicherstellen.

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