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Exibitionist: Bonner entblößt sich in Bankfiliale

Exibitionist : Bonner entblößt sich in Bankfiliale

Ende des Monats muss sich ein 48-jähriger Bonner wegen Exhibitionismus und weiterer Vergehen vor dem Landgericht verantworten. Er soll in der Sparkassenfiliale an der Kölnstraße seine Hose herunter gelassen haben.

Geld hat er trotzdem nicht bekommen: Nachdem ein 48-jähriger Mann aus Bonn in der Sparkassenfiliale an der Kölnstraße vergeblich Geld von einem nicht mehr bestehenden Girokonto abheben wollte, ließ er kurzerhand die Hosen fallen.

Noch in diesem Monat muss sich der Mann, der auf eine lange Geschichte psychischer Erkrankungen zurückblickt, nun wegen Exhibitionismus und diverser weiterer Vergehen vor dem Landgericht verantworten. Insgesamt acht Taten, die zwischen dem 11. Juli 2017 und dem 26. August 2019 geschehen sein sollen, sind angeklagt. Weil die Staatsanwaltschaft annimmt, dass der 48-Jährige zumindest im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt hat oder sogar schuldunfähig ist, muss der Beschuldigte mit einer dauerhaften Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus rechnen.

Bei dem Vorfall in der Sparkassenfiliale soll der Mann unterhalb des Gürtels vollständig entblößt gewesen sein, wie die Anklage annimmt. Sodann soll er auf einem Stuhl Platz genommen haben. Wenn er ihm kein Geld gebe, würde er sich erst das Leben nehmen und dann mit seiner Schrotflinte wiederkommen, soll der Mann dem Bankangestellten in dieser Reihenfolge gedroht haben. Er hatte bereits seit einiger Zeit Hausverbot bei der Sparkasse.

Auch Personen zu Schaden gekommen

Bei den weiteren Taten kamen auch Personen zu Schaden. Allerdings blieb es bei kleineren Blessuren und geringen Sachbeschädigungen. Bereits am folgenden Tag soll der Mann den Außenspiegel des Wagens einer jungen Frau abgebrochen haben, weil diese ihn nicht mitnehmen wollte. Und als er im Oktober desselben Jahres nachts um halb vier von einer Polizeistreife kontrolliert wurde, soll er nach einer Auseinandersetzung den Heckscheibenwischer des Streifenwagens abgebrochen haben. Auch das Personal der Klinik des Landschaftsverbands Rheinland, in der er sich regelmäßig in Behandlung befand, bekam die Wutausbrüche des 48-Jährigen mehrfach zu spüren. So soll er das Pflegepersonal mit diesen Worten bedroht haben: „Die nächsten, die hier reinkommen, werde ich töten.“

Immer wieder soll er auch mit Gegenständen geworfen haben: Am 6. April 2019 soll eine Pflegekraft eine Tasse mit heißem Kaffee abbekommen haben. Die Frau wollte dem Mann sein Frühstück machen und erlitt leichte Verbrühungen am linken Unterschenkel sowie eine kleine Beule und Kopfschmerzen, weil der Tasse noch eine Blumenvase folgte.

Bei seiner letzten Tat soll wieder die Hose gefallen sein, allerdings behielt der Beschuldigte diesmal die Unterhose an: Nachdem er auf der Terrasse einer Kneipe an der Kölnstraße die Gäste beleidigt hatte, verwies die Wirtin ihn des Lokals. Dieser Aufforderung soll er jedoch nicht nachgekommen sein, sondern die Hose heruntergelassen und danach eine Flasche nach der Frau geworfen haben, ohne sie zu treffen. 

Der Anklage geht es weniger um die Schwere der einzelnen Taten, die für sich genommen wohl keine dauerhafte Unterbringung rechtfertigen würden. Vielmehr werde der Beschuldigte tendenziell immer gefährlicher. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft steigert sich die Intensität. Daher müsse die Allgemeinheit geschützt werden.