Situation der Rettungsdienste: Bonner DRK sieht sich auf dem Weg nach oben

Situation der Rettungsdienste : Bonner DRK sieht sich auf dem Weg nach oben

Der Kreisverband schaut nach fünf schwierigen Jahren auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Bei der EU-weiten Ausschreibung gewann das DRK dieses Jahr wie erhofft erneut das Los für die Beueler Wache.

Der Kreisverband Bonn des Deutschen Roten Kreuzes hat nach Angaben seines Vorsitzenden Georg Fenniger die „unruhigen Geschäftsjahre“ endgültig hinter sich gelassen. Seit Christoph Blessin im Januar 2017 sein Amt als Geschäftsführer aufgenommen habe, habe sich viel getan. Zu seinen Aufgabenfeldern zählt der Verband nun die Integrationsassistenz, er betreut in Röttgen seine zweite Kita und gewann eine Ausschreibung beim Rettungsdienst. Über den Zustand des Kreisverbands informierte der Vorstand nun im Rechenschaftsbericht 2018.

Die Bereiche, die ein Minus abwarfen, habe der Verband entweder optimiert oder eingestellt, sagt Fenninger. Neben kleineren Projekten waren das vor allem Rettungsdienst und Krankentransport. „Wir haben immer Geld mitgebracht, um für die Stadt Rettungsdienst fahren zu können. Das ist nicht im Sinne des Erfinders.“ Die vergangenen fünf Jahre fuhr der Kreisverband seine Einsätze von der Rettungswache 2 in Beuel aus. Das sei zunehmend teurer geworden, weil er Tariferhöhungen und eine Steigerung des Mindestlohns aus eigener Tasche finanzieren musste. Zudem habe sich im Rettungsdienst zuletzt ein extremer Fachkräftemangel entwickelt, ergänzt Blessin. „Das Thema wird uns alle noch sehr lange begleiten.“

Bei der EU-weiten Ausschreibung gewann das DRK dieses Jahr wie erhofft erneut das Los für die Beueler Wache. Mit verbesserten Bedingungen und sehr zur Freude der Mitarbeiter. „Das Verhältnis zur Feuerwehr dort ist sehr gut“, betont Blessin und deutet an, dass dort mehr als nur Freundschaften entstanden sind. Um seine Stärken weiter auszubauen, habe der Kreisverband mit der Integrationsassistenz Ende 2017 ein neues Feld erschlossen. Die Alternative wäre Personalabbau gewesen. „Davor schrecken wir als soziales Unternehmen natürlich zurück“, erklärt der Geschäftsführer. „Innerhalb von einem Jahr haben wir dort circa 60 Mitarbeiter eingestellt.“ Die Assistenten helfen Kindern mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung dabei, den Schulalltag zu meistern.

Das DRK-Zentrum in Auerberg, das sich in der Bauphase als Problemprojekt erwies, hat sich mittlerweile zu einem Gewinnobjekt entwickelt. Den fertigen Neubau vermietet der Kreisverband, dazu gehören 21 Sozialwohnungen, Logo- und Ergotherapie, eine Wohngruppe für junge Menschen mit Behinderung, eine Tagespflege, Stadtteilbibliothek und Kinderbetreuung.

Doch letztlich ist das DRK immer auch auf Spenden angewiesen. 2018 sank die Zahl der Mitglieder um rund 500 auf 6700. Aber das Problem habe jede Hilfsorganisation, meint Fenninger. „Wir sind immer noch gut aufgestellt.“ Umso gewaltiger erscheint die Leistung der 302 ehrenamtlichen Helfer, die dieses Jahr vor allem in Sanitätsdiensten bei Martinszügen, Karnevalsveranstaltungen & Co. 20 900 Stunden geleistet haben.

Als einer der letzen Kreisverbände beschloss das DRK Bonn eine Satzungsänderung, um einen hauptamtlichen Vorstand zu ermöglichen. Die Rolle geht damit von Fenninger als ehrenamtlicher Vorsitzender auf Blessin als Geschäftsführer über. Im gleichen Zug wählte der Verband ein Präsidium und Fenninger zum Präsidenten. „Mit nur zwei Gegenstimmen“, wie er nicht ganz ohne Stolz erzählt.