CDU-Parteisitzung im Hotel Maritim: Bonner CDU bestätigt Christos Katzidis als Parteichef

CDU-Parteisitzung im Hotel Maritim : Bonner CDU bestätigt Christos Katzidis als Parteichef

Christos Katzidis ist am Samstag im Hotel Maritim als Kreisvorsitzender der CDU bestätigt worden. Es gab keinen Gegenkandidaten, und der 46-jährige Polizeibeamte hat in den zwei Jahren seit seiner Wahl zum neuen Parteichef eine beachtliche Erfolgsbilanz aufzuweisen.

Dazu gehört die OB-Wahl, bei der die CDU mit Ashok Sridharan nach 21 Jahren den Chefposten im Rathaus zurückeroberte. Christos Katzidis erhielt 162 Ja-Stimmen (85,7 Prozent). 27 stimmten mit Nein, zudem gab es fünf Enthaltungen. Ebenfalls ohne Gegenkandidaten wurden seine Stellvertreter bestätigt: Die Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel (53) kam auf 154 Ja-Stimmen, Politikberater Christoph Jansen (32) auf 145.

Den Wahlerfolg führte Katzidis auf "die extreme Geschlossenheit" der Partei und die "volle Unterstützung" für Sridharan zurück. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Die CDU brauchte nach der Korruptionsaffäre um ihren inzwischen verstorbenen Fraktionsvorsitzenden Reiner Schreiber viele Jahre, um das Vertrauen der Mitglieder zurückzugewinnen. Auch bei der Kandidatenauswahl hatte sie lange Zeit keine glückliche Hand, wie die Landtagswahl 2012 zeigte. Damals war Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen gegen SPD-Urgestein Bernhard von Grünberg untergegangen.

Als Mitglied der Ratsfraktion erlebe er am eigenen Leib, wie schwierig das Regieren angesichts der zehn Gruppen und Fraktionen im 86-köpfigen Rat geworden sei, betonte Katzidis. Die Herausforderungen, vor denen Bonn stehe, könne die Bundesstadt allein nicht meistern: "Wir haben deshalb mit allen Kreisverbänden der Region eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Zusammenarbeit intensivieren soll", so der Parteichef. Sorgen bereiten ihm der anhaltende Mitgliederschwund und das hohe Durchschnittsalter in der Partei.

Die Bonner CDU hat noch 2541 Mitglieder, das Durchschnittsalter liegt bei 62,2 Jahren. Wie Katzidis nannte auch Sridharan die Flüchtlingskrise als "große Aufgabe" für die Bevölkerung. In der Verwaltung habe er dies zur Chefsache gemacht, "weil das nicht allein eine Angelegenheit des Sozial- oder Ausländeramts sein kann".

In den Vorstand gewählt wurden außerdem: Susanne Plötz (Schatzmeisterin), Kai Ortmann (Schriftführer), Helmut Buß (Organisationsleiter) sowie die Beisitzer Evelyn Höller, Katharina Becker, Karl Broich, Oyun Ishdorj, Julia Polley, Andreas Ritschel, Maria-Theresia van Schewick, Jean Antar und Oliver Bringmann.

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