Interview mit Daniel Schiffmann: Bonner Abiturient mit Einser-Schnitt

Interview mit Daniel Schiffmann : Bonner Abiturient mit Einser-Schnitt

Mit der Traumnote 1,0 hat Daniel Schiffmann jetzt seinen Abschluss gemacht und ist damit der beste Abiturient seines Jahrgangs am Helmholtz-Gymnasium.

War es das Ziel, einen 1,0er-Schnitt zu erreichen?

Daniel Schiffmann: Nein, mein Ziel war es, mein Bestmögliches zu geben und am Ende zufrieden zu sein. Dass ich jetzt eine 1,0 habe, hat mich aber natürlich sehr gefreut.

Wie hast du das geschafft?

Schiffmann: Durch gutes Zeitmanagement. Ich habe versucht, effizient zu lernen. Außerdem habe ich nicht immer gleich alle Aufgaben erledigt, sondern priorisiert und auch mal fünf gerade sein lassen. Außerdem bekam ich viel Unterstützung von den Lehrern. Wichtig war auch noch der Ausgleich durch Freunde, Familie und Hobbys.

Wie haben dich deine Eltern unterstützt?

Schiffmann: Sie haben sich immer sehr für mich interessiert und waren offen für meine Interessen, haben sich mit mir gefreut und mir beigestanden, wenn es mal nicht so gut lief. Und sie haben mich motiviert. Meine Mutter hat mir in der heißen Lernphase immer Knabbereien hingestellt. Meine Eltern haben mir auch den Druck genommen, indem sie gesagt haben, dass ich mein Bestes gegeben habe und es deswegen egal ist, welche Note es wird.

Wie fühlst du dich nach dem ganzen Lernstress?

Schiffmann: Ich fühle mich befreit, dass die Schulzeit und das Lernen jetzt erst mal vorbei ist und ich mich jetzt erst einmal fast vollständig auf Hobbys und Freunde konzentrieren kann. Außerdem bin ich sehr dankbar, dass ich so belohnt wurde für meine Arbeit.

Im Moment bist du in London. Was machst du da?

Schiffmann: Hier gehe ich zur Univerität und studiere für drei Monate Musik.

Mit deinem Schnitt stehen Dir fast alle Türen offen. Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Schiffmann: Ich werde mich für einen Medizinstudienplatz bewerben und hoffe, als Arzt anderen Menschen helfen zu können sowie neue Behandlungsansätze für bestimmte Krankheiten zu erforschen. Naturwissenschaften und der Umgang mit Menschen interessieren mich sehr. Das kann ich in der Medizin gut verbinden. Außerdem möchte ich weiter die Musik verfolgen.

Was hast du neben der Schule noch so alles gemacht?

Schiffmann: Da waren mir wie gesagt Freunde und Familie sehr wichtig. Außerdem habe ich mich sportlich, musikalisch und sozial engagiert. Ich war Schwimmer in der Ersten Mannschaft des Schwimmclubs Hardtberg und habe an Wettkämpfen teilgenommen. Seit meinem sechsten Lebensjahr spiele ich Gitarre, auch in Ensembles, was mir sehr viel Spaß macht. In der dritten Klasse fing ich zudem mit Schlagzeugspielen an und war damit Teil unserer Schulband. In der zehnten Klasse kam noch das Klavier hinzu. Außerdem war ich ehrenamtlicher Helfer bei der ökumenischen Flüchtlingshilfe Hardtberg.

Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Schiffmann: Das ist sicherlich von Person zu Person unterschiedlich, aber ich habe immer versucht, möglichst effizient zu arbeiten, mir aber auch immer wieder Tage zu nehmen, an denen man auch mal fast nichts macht. Einfach, um sich ein bisschen zu entspannen. Außerdem hat mir alles, was ich gemacht habe, sehr viel Spaß bereitet. So hatte ich durch Hobbys und Ehrenamt immer eine gute Abwechslung vom Schulalltag.

Du hast auch einen Friedenssong komponiert. Wie kam es dazu?

Schiffmann: Im Zuge des Creativity, Activity, Service-Kurses haben wir uns entschieden, ein Benefizkonzert für die Ökumenische Flüchtlingshilfe Hardtberg zu veranstalten. Dazu wollte ich dann auch ein Lied schreiben, daraus ist dann der Song „One Family“ geworden. Ich freue mich, dass ich an der Schule die Möglichkeit hatte, es mit Unterstützung der Chorleiterin, der Schulchöre und anderer Musiker auf die Bühne zu bringen.

Du schaust auf zwölf Jahre Schulzeit zurück. Was ist dein Fazit?

Schiffmann: Ich habe sehr viele Freunde gewonnen, inspirierende Menschen kennengelernt und hatte sehr viel Spaß. Das Lernangebot war vielfältig und viele Lehrer sehr engagiert. Zudem nahmen sie uns als Individuen mit Stärken und Schwächen wahr. Natürlich gab es auch Probleme mit Lehrern, die schwer zu lösen waren. Manchmal hatte ich dann auch wenig Lust, am nächsten Tag durch die Schultore zu gehen. Ich denke, dass die Schule ein wichtiger Teil meines Lebens war, freue mich jetzt aber auf Neues.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Schiffmann: Dann sehe ich mich am Anfang meiner hoffentlich spannenden und erfüllenden Karriere als Arzt. Ich hoffe, dass ich neue Freunde gewonnen haben werde, aber den Kontakt zu meinen alten nicht verloren habe. Ich werde wahrscheinlich noch in Deutschland leben, wohl aber nicht in Bonn.