Bonn:Stadtverwaltung will ÖPNV verbessern

Stadtverwaltung will neue Stellen schaffen : Bonner Nahverkehr soll verbessert werden

Der Bonner Planungsausschuss wird über eine Beschleunigung der Bahnlinien 66 und 67 auf der Sankt Augustiner Straße beraten. Dafür soll die Straße verbreitert werden. Doch ganz so einfach funktioniert das nicht.

Der Planungsausschuss hat am Mittwochabend über mehrere Anträge zu beraten, die eine Beschleunigung des Nahverkehrs zum Ziel haben. Neben der künftigen Verkehrsführung auf Endenicher Straße und Hermann-Wandersleb-Ring geht es in einer Beschlussvorlage um Verbesserungen für die Bahnlinien 66 und 67 auf der Sankt Augustiner Straße.

Nach Auffassung der Stadt ist eine höhere Zuverlässigkeit auf der vielbefahrenen Trasse als wichtiges Bindeglied zum Siegburger Bahnhof nur über eine Neuordnung des Straßenraums möglich. Ohne eine Verbreiterung sei das nicht zu machen. Dafür müsste die Stadt Grundstücke östlich der Sankt Augustiner Straße zwischen Combahnstraße und Herbert-Rabius-Straße kaufen. Nicht nur, aber auch von der Kirche, die dort den Friedhof St. Josef und Paulus unterhält. Der Stadtrat soll nach Beratung im Planungsausschuss und in der Beueler Bezirksvertretung am 7. November den Weg frei machen für eine konkrete Straßenplanung. Dafür bedarf es der Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens.

Buslinie 631 in Bonn soll pünktlicher sein

Weitaus kurzfristiger will die Verwaltung die Pünktlichkeit der langen Buslinie 631 erhöhen. Sie verkehrt zwischen Tannenbusch, Endenich, Friesdorf und endet am Robert-Schuman-Platz. Die Stadtwerke Bus und Bahn haben als Verkehrsträger ein Nadelöhr für diese Busse auf Eduard-Otto-Straße und Markusstraße (östlich der Hausdorffstraße) in Kessenich ausgemacht. Dort soll ein Parkverbot eingerichtet werden, durch das 14 Parkplätze ersatzlos wegfielen, damit Busse und Autos besser aneinander vorbeikommen. Auf dem westlichen zur Hausdorffstraße gelegenen Eduard-Otto-Straße schlägt die Verwaltung eine Busspur vor.

Unpünktlichkeiten und Ausfälle gibt es nicht nur auf diesen Linie. Der Planungsausschuss hatte im April vergangenen Jahres von Stadt und Stadtwerken Vorschläge gefordert, wie der Nahverkehr  durch Vorrangschaltungen, Beschleunigungsspuren, Ausweisung von Parkverboten oder Straßenumbauten der Nahverkehr flüssiger durch den Stadtverkehr kommen könne. Laut Verwaltung liegen die ersten Analysen für zwölf Buslinien vor.

Stadtverwaltung will neue Stellen schaffen

Einen Hebel für Verbesserungen sieht die Verwaltung in der „Optimierung“ der auf diesen Buslinien liegenden 156 Ampeln. Sie schlägt vor, einen Ingenieur mit dem Aufgabenschwerpunkt Nahverkehrbeschleunigung einzustellen. Und vier Stellen für die Verkehrsüberwachung im Stadtordnungsdienst. Letztere hätten Knöllchen zu schreiben und finanzierten sich dadurch quasi selbst. Die Einstellung für den Verkehrsingenieur erfolgte über das ÖPNV-Gesetz Nordrhein-Westfalen. Das Gehalt belaste so nicht den städtischen Haushalt.

Wie berichtet haben die Planungspolitiker sich ebenfalls mit einer Vorlage zu befassen, die eine Busspur in der Straße „Am Hauptbahnhof“ zwischen Südunterführung und Poststraße in Richtung Norden vorsieht. Mit Blick auf eine anstehende Verkehrszählung zum erweiterten Cityring im November dringt die Verwaltung auf eine schnelle Entscheidung, damit die Analyse einen entsprechenden Mehrwert hat. In allen Fällen ist eine Entscheidung des Stadtrats am 7. November vorgesehen.

(kph)
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