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Bonn: Stadt fördert „Reuterpark für alle“

2,3 Millionen Euro für Spielfläche : Stadt fördert „Reuterpark für alle“ in Bonn

Der „Platz für alle“ im Reuterpark wird konkret. So konkret, dass Vertreter der Initiatoren verschiedener Vereine und Institutionen Montagmittag zum Ortstermin einluden. Denn die Stadt fördert das Projekt mit 2,3 Millionen Euro.

Noch ist nichts los auf der Fläche, die ein wenig stiefmütterlich aussieht. In den Büschen liegen alte Fahrräder, Müll und sonstiger Unrat. Doch all das soll bald der Vergangenheit angehören, versprechen Gabriel Kunze vom Kinder- und Jugendring Bonn, Susanne Seicher vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, Marion Frohn von der Behindertengemeinschaft und Martin Hermann vom Verein Lucky Luke für Kinder- und Jugendarbeit auf der Fläche, die bislang eine Basketballfläche, einen Bolzplatz sowie einen Kinderspielplatz am Rand der Hausdorffstraße beherbergt.

„Jetzt wird es konkret“, kündigt Kunze an. Denn dass die Fläche neu bespielt werden soll, steht längst fest. „Und jetzt haben wir auch noch eine Förderung in Höhe von 2,3 Millionen Euro durch das Landesministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung“, fügt Kunze sichtlich erfreut hinzu. Dies zeige, dass man nie locker lassen und seinen Ideen Nachdruck verleihen soll. „Wir brauchen so etwas in Bonn“, sagt Seicher zur Realisierung des Platzes für alle, wie die Fläche auch in Zukunft heißen soll.

Etwa 24.000 Quadratmeter misst der Reuterpark. Viel Platz für das, was die Initiative aus verschiedenen sozialen Institutionen dort gemeinsam mit dem Kölner Landschaftsplanerteam von RMP Lenzen umsetzen will. Verschiedene Themeninseln sind geplant. Freiluft-Yoga auf der einen Seite, einen Sinnesgarten, Fitnessgeräte, ein Basketballfeld mit höhenverstellbaren Körben und noch viel mehr soll entstehen. „Die höhenverstellbaren Körbe sind deshalb wichtig, damit auch Rollstuhlfahrer die Fläche hier nutzen können“, erklärt Marion Frohn.

Martin Hermann, Gabriel Kunze, Susanne Seicher und Marion Frohn (v.l.) freuen sich auf die bevorstehende Platzumgestaltung. Foto: Susanne Wächter

Der Platz für alle soll barrierefrei werden, jeder soll ihn nutzen können. „Wir werden hier auch mit verschiedenen Angeboten präsent sein“, wagt Frohn einen Blick in die nahe Zukunft. Piktogramme sollen zum Beispiel Blinden und stark sehbehinderten Menschen den Weg weisen. „Wie genau die Ausgestaltung aussehen kann, werden wir mit unseren Mitgliedern noch genau besprechen, damit möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen hier eine Fläche finden“, so Frohn weiter.

Ein Skaterparcour soll ebenso entstehen wie ein neuer Spielplatz. „Dieser hier liegt im Sommer in der prallen Sonne“, sagt Hermann und zeigt auf die Spielgeräte am Rand der Fläche. Auch der vorhandene Baumbestand soll erhalten werden und durch neue ergänzt werden. Insgesamt wird die Fläche in einzelne Themenbereiche aufgeteilt. Sportarten, die Lärm verursachen wie eine Skateranlage werden nahe der Reuterstraße gebaut. Dort herrscht schon heute ein erheblicher Geräuschpegel. Outdoor-Yoga sowie der Sinnesgarten werden eher in Richtung Anliegerbebauung entstehen. Zwei Bauabschnitte sind für die komplette Umgestaltung nötig. Denn auf der einen Hälfte stehen noch Flüchtlingsunterkünfte, die zwar weichen sollen, aber da der Zeitpunkt noch unklar ist, wollen die Initiativen in diesem Jahr schon beginnen. Wann genau, lässt Kunze offen.

So etwas wie den künftigen Reuterpark gebe es in Bonn noch nicht. Ein absolutes Novum sei das, wie Kunze sagt. Und dass dort schon immer eine Sportfläche war, weiß Susanne Seicher zu berichten. Seit 1912 nutzte der Bonner Eisklub die Fläche im Winter als Natureisbahn, im Sommer als Radrennstrecke. Auch 22 Tennishöfe, wie die Plätze damals genannt wurden, waren dort. Das Clubhaus steht heute noch. Darin ist das Kinder- und Jugendhaus untergebracht. „Irgendwann konnte der Eisklub die Fläche nicht mehr halten und schenkte sie der Stadt Bonn, allerdings mit der Maßgabe, sie immer als Sport- und Freizeitfläche bereitzuhalten und nicht zu bebauen“, erklärt Seicher die Geschichte der Fläche.

Am kommenden Samstag, 18. Januar, haben ab 14 Uhr interessierte Bürger im Clara-Schumann-Gymnasium die Gelegenheit, ihre Vorstellungen für den Platz bei der Bürgerbeteiligung einzubringen. Am Donnerstag, 23. Januar, sind ab 16.30 Uhr im Haus der Jugend dann die Ideen der Kinder und Jugendlichen gefragt.