Bonn, Köln und Rhein-Sieg-Kreis: Ermittlungen gegen falsche Polizisten

Zunahme an Trickanrufen in Bonn : Tatverdächtiger stellt sich nach Fahndung im TV

Die Bonner Polizei hat eine spürbare Zunahme an Trickanrufen verzeichnet, bei denen Betrüger sich als Polizisten ausgeben. Die Kölner Polizei fahndete am Mittwoch mit einem TV-Aufruf nach einem sogenannten falschen Polizisten, der sich noch am gleichen Abend selbst stellte.

Die Polizei in Bonn hat am Montag eine hohe Zahl an betrügerischen Anrufen verzeichnet. Demnach wurden 20 Anrufe bei der Polizei gemeldet, die Schwerpunkte lagen in Kessenich, Gronau, Bornheim und Rheinbach. Die Betrüger hätten es auf Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände ihrer Opfer abgesehen.

Dabei nutzten die Betrüger nach Polizeiangaben auch technische Tricks, um die Angerufenen in die Irre zu führen. So werde im Display des Telefons die örtliche Vorwahlnummer zusammen mit der 110 eingeblendet, um sich als Polizei auszugeben. Dabei behaupten die Anrufer, es habe vermehrt Einbrüche in der Umgebung gegeben oder man habe bei festgenommenen Dieben einen Zettel mit der Adresse des Angerufenen gefunden. Daher müssten Geld oder Wertgegenstände in Sicherheit gebracht oder überprüft werden. Die Täter versetzen die Angerufenen massiv unter Druck und versetzen diese in Angst, damit ihre Opfer keine Zeit haben, um über das Gespräch nachzudenken und Misstrauisch zu werden. Durch betrügerische Anrufe haben die Trickbetrüger bereits hohe Summen erbeutet.

In Köln fahndete die Polizei mit einem Bild aus einer Überwachungskamera nach einem Mann, der sich im Stadtteil Riehl als Polizist ausgegeben haben soll. Als sogenannter „falscher Kriminalbeamter“ habe er laut Polizei von einer 80-jährigen Frau die Übergabe von 15.000 Euro gefordert. Als die 80-Jährige bei der geplanten Übergabe des Gelds am 26. Juli in der Straße „An der Schanz“ Nachfragen stellte und ihren Sohn informierte, flüchtete der Tatverdächtige.

Die Polizei Köln gab am Mittwoch für die Fahndung nach dem Mann einen Aufruf in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ heraus. Noch am selben Abend meldete sich der Tatverdächtige auf einer Polizeiwache in Alsdorf bei Aachen. Laut Mitteilung ist der 20-Jährige bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten. Nun hat die Kölner Polizei die Ermittlungen wegen versuchten Betruges gegen ihn aufgenommen.

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