Bonn Hauptbahnhof: Polizei wertet Videos der Massenschlägerei aus

Großeinsatz am Bonner Hauptbahnhof : Polizei wertet Videoaufnahmen nach Massenschlägerei aus

Auf der Rückreise nach einer Demonstration in Remagen hat es am Samstagabend eine Schlägerei von Rechten und Linken am Hauptbahnhof gegeben. Nun sollen Videoaufnahmen dabei helfen, den Fall aufzuklären.

Nach einer Massenschlägerei am Bonner Hauptbahnhof wertet die Polizei Videos aus, um den Vorfall aufzuklären. Um zu ermitteln, von wem die Aggressionen ausgegangen sind, sichtet die Polizei die Aufnahmen. „Wir haben die beteiligten Personen kontrolliert und ihre Personalien aufgenommen. Mit Hilfe der Aufnahmen werden sie möglichen Straftaten zugeordnet, um Verfahren einleiten zu können“, sagte Christian Große-Onnebrink, Sprecher der Bundespolizei,  am Sonntag. Obwohl bei der Schlägerei nach Angaben des Sprechers auch Feuerlöscher und Fahnenstangen zum Einsatz kamen, sei der Polizei von Verletzten bislang nichts bekannt. Auch lägen bisher keine Strafanzeigen vor.

Am Bonner Hauptbahnhof hatte es am Samstagabend kurz nach 18 Uhr eine Massenschlägerei gegeben. Wie die Polizei auf GA-Nachfrage mitteilte, waren Beamte der Bundespolizei mit Unterstützung der Bonner Polizei mit einem Großaufgebot am Bonner Hauptbahnhof im Einsatz, weil es dort zu Auseinandersetzungen nach einer rechten und linken Demonstration bei der Rückreise mit dem Zug aus Remagen gekommen war. Laut Mitteilung der Bundespolizei handelte es sich um 100 Menschen, von denen 20 der rechten Szene zuzurechnen waren, während die übrigen 80 Beteiligten linken Gruppierungen angehörten.

Wie der GA berichtete, hatten Rechtsextreme sich am Samstag bereits zum zwölften Mal zu ihrem sogenannten „Trauermarsch“ in Remagen versammelt. In Remagen hat man darauf erneut mit einem „Tag der Demokratie“geantwortet, während auch Linke Demonstranten zahlreich zur Gegendemo nach Remagen gereist waren.

Bus- und Bahnverkehr eingeschränkt

Auf der Rückreise von Remagen mit einem Regionalexpress in Richtung Oberhausen seien erkennbar keine Polizeibeamten im Zug mitgereist, sagte Große-Onnebrink weiter. Warum die rund 100 Demonstranten dann allesamt am Bonner Hauptbahnhof ausgestiegen sind und es dort dann zu einer Massenschlägerei kam, sei noch nicht geklärt. Auf Nachfrage sagte Große-Onnebrink weiter, die durch die Baustelle im Hauptbahnhof bedingten engen Verhältnisse auf dem Bahnsteig hätten wohl keine Rolle gespielt, dass der Streit dort so eskalierte. Nach der Feststellung der Identitäten der an der Schlägerei beteiligten Personen hätten viele von ihnen die Reise mit dem Zug fortgesetzt. Ab Bonn seien sie dann von Polizeibeamten begleitet worden. Es habe in dem Zusammenhang an den Folgebahnhöfen keine weiteren Vorfälle mehr gegeben.

Der Bonner Polizei ist laut ihrem Sprecher Robert Scholten nicht bekannt, ob es durch die Auseinandersetzung zu Sachschäden im Umfeld des Hauptbahnhofs gekommen ist. „Wir haben keine Kenntnis darüber, dass Fensterscheiben zu Bruch gegangen sind oder es andere Schäden durch die Schlägerei gegeben hat.“ Es lägen bisher auch keine Meldungen vor, dass möglicherweise einige der Demonstranten ihren Streit in der Bonner Innenstadt weiter ausgetragen haben.

Der Einsatz auf Gleis 1 hatte weite Kreise gezogen, nicht nur der Bahnverkehr, sondern auch der Bus- und Straßenbahnverkehr waren zeitweilig betroffen, da das Gebiet um den Hauptbahnhof zwischenzeitlich weiträumig gesperrt war. Erst nach etwa einer Stunde hatte die Polizei diverse Einsatzfahrzeuge so umgeparkt, dass die Straßenbahnlinien und auch die Busse wieder vorbeikamen.

Am Gleis waren zahlreiche Beamte mit Helmen, Schutzkleidung und auch Hunden im Einsatz. Die Polizei hatte etliche Personalien überprüft und einige Demonstranten festgesetzt. Die Bahn informierte unterdessen mit Durchsagen zu den Verspätungen oder Ausfällen. Gegen 18.45 Uhr gab die Polizei den Bahnsteig laut Große-Onnebrink wieder frei. Nach über einer Stunde konnten dann auch wieder Züge das Gleis anfahren. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs. Auch ist der Staatsschutz eingeschaltet.

(Mit Material von dpa)

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