Stadt auf Wachstumskurs: Bonn hat mehr Jobs und mehr Einwohner

Stadt auf Wachstumskurs : Bonn hat mehr Jobs und mehr Einwohner

Die Stadt Bonn bleibt auf Wachstumskurs - nicht nur wirtschaftlich. Die Einwohnerzahl der Bundesstadt steigt auf 327.258 Bürger. Unterdessen beschäftigt die Stadt der Bonn-Vertrag, der im Frühjahr unterschrieben sein soll.

Mehr Einwohner, mehr Jobs, weniger Arbeitslose: Bonn bleibt wirtschaftlich im Aufwind. "Wir sind eine der dynamischsten Wachstumregionen der Republik", sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Mittwoch, als er gemeinsam mit Victoria Appelbe, der Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, den Wirtschaftsbericht für das Jahr 2018 vorstellte. Sridharan betonte besonders die Bedeutung der wissensorientierten Zukunftsbranchen: Dort sind mit 38,4 Prozent aller Jobs überdurchschnittlich viele Menschen beschäftigt.

Bonn-Vertrag soll im Frühjahr unterschrieben sein

Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs stieg 2018 laut Bericht im Vorjahresvergleich um 3150 auf 176 689 (einschließlich Teilzeit). Das war ein Plus von 1,8 Prozent, was allerdings unter dem NRW-Schnitt von 2,3 Prozent lag. Der Blick zurück zeigt jedoch, wie stark der Arbeitsmarkt in Bonn gewachsen ist: Seit 2005 verzeichnet die Stadt ein Plus von 35 700 Stellen, davon allein in den vergangenen vier Jahren 13 000.

Wachstumstreiber waren 2018 der Bereich "Information und Kommunikation" mit 1901 neuen Jobs (plus 12 Prozent) sowie das Gastgewerbe mit 523 Jobs (8,3 Prozent). In der öffentlichen Verwaltung entstanden 390 Arbeitsplätze (2,0 Prozent). Den stärksten Rückgang verzeichnete die Stadt im Bereich "Verkehr und Lagerei": Dort gingen 491 Stellen verloren - ein Minus von 16,6 Prozent.

92 aller Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor, zu dem auch die Dax-Konzerne Post und Telekom zählen. Entsprechend groß die Nachfrage nach Büroflächen: Der Flächenumsatz lag 2018 laut Wirtschaftsbericht bei einem Rekordwert von 137 500 Quadratmetern. Weitere Bürohochhäuser, aber auch Wohnungen und Nahversorger sieht der neue Rahmenplan für das Bundesviertel vor, den Sridharan nächste Woche auf der Immobilienmesse Expo in München vorstellen will. "Wir sind gespannt auf die Resonanz der Investoren", sagte der Oberbürgermeister.

Dem Mangel an Gewerbeflächen will die Stadt bekanntlich mit stärkerer Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinaus begegnen. Beim Gewerbegebiet Alfter-Nord gibt es bereits eine Kooperation - allerdings profitiert Bonn dort nicht von der Gewerbesteuer. Im Gebiet Am Wolbersacker in Rheinbach könnte das anders werden: Dem ersten gemeinsam betriebenen Gewerbegebiet muss das Land NRW aber noch zustimmen. Das nötige gemeinsame Gewerbeflächenkonzept liege zur Prüfung bei der Bezirksregierung Köln, so Victoria Appelbe. In einer Machbarkeitsstudie würden Details wie steuerrechtliche Aspekte untersucht.

Für die Zukunft der Stadt setzt Sridharan auf den Bonn-Vertrag, den die Region mit dem Bund abschließen will. In einem Leitbild werden, wie berichtet, verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, die Bonn als Standort für internationale Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit, Wissenschaft und Cyber-Sicherheit stärken sollen. Ziel sei, den Vertrag im Frühjahr 2020 abzuschließen. Ein Gespräch in Berlin ist noch nicht terminiert - offenbar, weil die Bundesregierung noch über "Antworten auf das Leitbild nachdenkt", wie der OB berichtete.

Bonn wächst weiter. Im Dezember hatte die Stadt 327 258 Einwohner, 1768 mehr als im Vorjahr. Bis 2040 ist ein weiterer Zuwachs von 39 500 Menschen prognostiziert.