Bonn-Fest 2019: Verkaufsoffener Sonntag, Konzerte und Theater

Für jeden Geschmack etwas dabei : So war das Bonn-Fest 2019 in der Innenstadt

An diesem Wochenende hat das Bonn-Fest tausende Besucher in die Innenstadt gelockt. Lediglich das Wetter am Sonntag trügte die Stimmung.

Am Ende, so die Idee, sollten alle vereint in Beethoven sein. Die Jungen und die Alten, die Eltern, die Studenten, die Weingenießer, die Welten- und die sonntäglichen Einkaufsbummler, kurzum alle Bürger, die zum Finale des diesjährigen Bonn-Fests auf den Marktplatz gekommen sind. Gemeinsam sollten sie die "Ode an die Freude" singen, als Zeichen der Solidarität und der Menschlichkeit, aber auch als Verweis auf das bevorstehende Jubiläum des großen Komponisten.

Es hätte so schön werden können - wenn das Wetter so mitgespielt hätte wie am Samstag, als die Stadt aus allen Nähten platzte. Doch Dauerregen hielt die Menschen am Sonntag fern, zum Singen kamen rund hundert Bürger zum Markt - trotz geöffneter Geschäfte und eines bunten Programms, bei dem jeder fündig werden konnte. Immerhin haben die ersten beiden Tage die Erwartungen von Verantwortlichen und Besuchern an einen Veranstaltungsmarathon erfüllt, der diesmal so groß war wie noch nie. Der Universität sei Dank, die auf diese Weise mit der Stadt ihren Aufstieg in die Elite der deutschen Hochschulen feiern wollte, die Bühne auf dem Marktplatz ausbauen ließ und diese auch am Freitag bespielte. Chor und Orchester des Collegium Musicum traten auf, zwei Teilnehmer des zweiten Deutschen Uni-Bigband-Festivals sowie als Headliner die "Münchener Freiheit".

Das vielfältige Angebot hatte am Samstag Tausende in die City gelockt. Wer mit dem Auto kam, durfte sich aber erst einmal auf Stau gefasst machen. "Wir sind bewusst mit dem Fahrrad gekommen", berichteten Friedrich-Wilhelm und Monika Kuhlmann lachend. Dafür schlenderten die beiden jetzt ganz entspannt an den Auslagen vorbei. "Kulinarische Spezialitäten, Live-Musik und ein Weinfest - das ist ein Gesamtpaket, das wir uns nicht entgehen lassen wollten", erzählten sie.

Tatsächlich hatte Letzteres einige Menschen motiviert, ins Bonner Zentrum zu fahren und sich wie Alexander Zumkley und Markus Köhn in der Friedrichstraße an einem Riesling zu laben. "Ich komme ursprünglich von der Ahr und bin ein großer Wein-Fan", gestand Köhn, "daher wollten wir mal schauen, was es hier so gibt. Ich finde es klasse, dass die Stadt so ein Angebot macht, weil ja wirklich für jeden etwas dabei ist."

Musik, Tanz und Theater

Tatsächlich gab es jede Menge zu sehen. Neben Aufführungen der Tanzschule Lepehne-Herbst und dem Studio Fitness First sowie verschiedenen Talks hatten die Bonn-Fest-Organisatoren des Vereins City-Marketing auch eine bunte Mischung aus Musik, Tanz und Theater zusammengestellt, darunter Auszüge aus der aktuellen Show von Malentes Theater Palast sowie Szenen aus der Travestie-Revue "Der Wind hat mir kein Lied erzählt". Später sorgte Sängerin Makeda auf dem Münsterplatz für Stimmung, während die Bonner Formation Schlagermetall vor dem Alten Rathaus Deutsch-Pop und Schlager mit einer etwas härteren Note versah. Auch auf dem Friedensplatz standen die Zeichen auf Party: Die elektronische Tanzmusik, die fünf DJs dort auflegten, erwies sich allerdings zumindest am Nachmittag nicht als Magnet für die junge Zielgruppe.

Anderenorts wurden jene berücksichtigt, die angesichts des Trubels etwas Ruhe und ein offenes Ohr suchten. Auf dem Bottlerplatz hatte die Initiative "Sidewalk Talk" Stühle aufgestellt und bot an, einfach nur zuzuhören. "Wir schaffen einen sicheren Raum, in dem alles gesagt werden kann", erklärte Alexandra Perl, die das Projekt unterstützt. "Immer wieder kommen Menschen zu uns - ein schönes Gefühl, ihnen auf so einfache Weise helfen zu können." Auch das gehört eben zu Bonn.