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Bonn: Bundesbüdchen ist zurück im Regierungsviertel

Reise quer durch Bonn : Das Bundesbüdchen ist zurück im Regierungsviertel

Nach einer nächtlichen Fahrt durch die Stadt steht das Bundesbüdchen seit dem Sonntagmorgen wieder im früheren Regierungsviertel. Der Förderverein bleibt Eigentümer und verpachtet die Institution künftig an die Bäckerei Mauel.

Ein mulmiges Gefühl beschleicht die knapp 50 Menschen, die sich früh am Sonntagmorgen am Platz der Vereinten Nationen eingefunden haben. Am Schwerlastkran hängt tonnenschweres Gewicht – das Bundesbüdchen legt die letzten Meter zu seinem neuem Standort schwebend zurück. Um Punkt 8 Uhr setzt es im Fundament auf. Für den Förderverein „Historischer Verkaufspavillon“, der sich seit 2015 für die Rückkehr des historischen Büdchens ins Regierungsviertel einsetzte, ist damit ein großer Meilenstein bis zum Ziel Wiedereröffnung erreicht.

„Ich habe heute schlecht geschlafen. Man ist schon etwas aufgeregt, wenn man 14 Jahre auf diesen Moment gewartet hat“, sagt Peter Storsberg, Vorsitzender des Fördervereins. Ein langer Weg liegt hinter den Fürsprechern des Büdchens. Erst nachdem gerichtlich geklärt war, dass der ehemalige Betreiber des Büdchens Jürgen Rausch auch Eigentümer war, konnte man sich mit der Stadt zusammensetzen und die Zukunft des Büdchens planen. Die Stadt hatte die Auffassung vertreten, sie selbst sei Eigentümer und könne somit über das Schicksal des Büdchens verfügen.

Doch auch die 2015 begonnenen Planungen für die Rückkehr des denkmalgeschützten Büdchens, welches seit 2006 bei einer Spedition eingelagert war, gestalteten sich schwierig. Am neuen Standort, der nahe des ursprünglichen Standorts liegt, verlaufen viele Leitungen, darunter die zweitgrößte Wasserleitung Bonns, erklärt Architekt Christof Pfeifer. Umfangreiche Tiefbauarbeiten seien deswegen nötig gewesen. „Außerdem musste als Untergrund eine Betonplatte verlegt werden“, so Pfeifer weiter. Sollten beispielsweise Arbeiten an der Wasserleitung erforderlich sein, könne das Büdchen mitsamt der Betonplatte angehoben werden.

Kompliziert sind auch die Eigentumsverhältnisse des Bundesbüdchens. Ursprünglich hatte der Verein geplant, es ins Eigentum der Allgemeinheit, also der Stadt, übergehen zu lassen. Aus Angst, es könnten in Zukunft große Kosten auf die Stadt zukommen, habe sich der Stadtrat gegen diese Lösung ausgesprochen, so Storsberg. „Nun bleibt der Förderverein Eigentümer des Büdchens, den Grund und Boden haben wir für 30 Jahre gepachtet.“

Der Verein selbst verpachtet das Büdchen weiter an seinen neuen Betreiber, die Bäckerei Mauel. Bevor der Betrieb aufgenommen werden kann, muss das Büdchen allerdings noch umfangreich saniert werden. Dies werde laut Pfeifer rund drei Monate in Anspruch nehmen.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">...und noch ein kleiner Film von der Rückkehr des <a href="https://twitter.com/hashtag/Bundesb%C3%BCdchen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Bundesbüdchen</a> nach <a href="https://twitter.com/hashtag/Bonn?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Bonn</a>! <a href="https://t.co/HOCVkQsswP">pic.twitter.com/HOCVkQsswP</a></p>&mdash; Maximilian Mühlens (@MMV_BN) <a href="https://twitter.com/MMV_BN/status/1261944209310965761?ref_src=twsrc%5Etfw">May 17, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Rausch, der ehemalige Betreiber und ebenfalls Mitglied des Fördervereins, freute sich sichtlich, dass das Büdchen zurück im Regierungsviertel ist. „Es ist ein großer Tag für die Versinnbildlichung der Geschichte der Bonner Republik“ so Rausch, in dessen Büdchen oft Spitzenpolitiker wie der kürzlich verstorbene ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zu Gast waren.

Der historische Hintergrund ist auch einer der Gründe, warum Peter Mauel, Inhaber der Bäckerei Mauel, sagt: „Das Büdchen ist für mich schon eine Herzensangelegenheit.“ Zweitens habe man sich auf Grund des prädestinierten Platzes dazu entschieden, das Büdchen künftig zu betreiben. „Jetzt freue ich mich natürlich am meisten auf die Eröffnung“, so Mauel. Wenn am Platz der Vereinten Nationen demnächst Brötchen verkauft werden, wird Rausch allerdings nicht mehr hinter dem Tresen stehen. „Ich bleibe aber im Förderverein aktiv“, so der ehemalige Eigentümer.