Kommentar zu Leerständen: Bonn bietet Raum für Subkultur

Kommentar zu Leerständen : Bonn bietet Raum für Subkultur

Die Stadt Bonn listet ihre Leerstände auf und gibt sie zur Vermietung frei. Das bietet Raum für Subkultur, meint unser Autor. Es liegt nun an Künstlern, Musikern, Vereinen, der Stadt ihren Stempel aufzudrücken.

Kurzum erfreulich, dass die Stadt nun ihre Leerstände auflistet, sie zur Vermietung freigibt und konkrete Ansprechpartner auf ihrer Homepage benennt. Dieses Angebot schafft einen Raum für Subkulturen außerhalb des Kommerzes. Inwiefern es angenommen wird, muss sich zeigen. Wichtig ist, dass dieser Raum zunächst einmal da ist statt möglicherweise jahrelang auf die nächste Nutzung zu warten. Das wäre übrigens ein weiterer Pluspunkt: Liegenschaften werden eben nicht besser, wenn sie leer stehen.

Die Vergangenheit und auch die Gegenwart zeigen, welche Projekte daraus hervorgehen können. Welche Bewegung entstehen kann, die eine Stadt dringend braucht, um lebenswert und attraktiv zu bleiben: Die Bar Ludwig, die Zwischennutzung für das Beethoven-Hotel am Rheinufer in den Jahren 2009/2010, brachte unheimlich viel Bewegung ins Bonner Nachtleben. Der Verein Antiform bespielte das Königswinterer Krankenhaus vor dem Abriss ebenso wie einen Teil der Lemmerzhallen mit Ausstellungen.

In Berlin und Brandenburg werden alte Schulen zu Ateliers. Gegenwärtig zieht Rhizom Publikum in die Volkshochschule, jener Verein übrigens, der die Stadtgärtnerei in Dransdorf (ebenfalls städtisches Territorium) in unregelmäßigen Abständen in wunderbare Traumwelten verwandelt. Genug Substanz an Künstlern, Musikern, Vereinen und damit an potenziellen Nutzern hat Bonn zweifellos zu bieten. Es ist nun an ihnen, die Angebote der Stadt zu nutzen und der Stadt auf ihre Art ihren Stempel aufzudrücken.

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