Bonn Beethoven: Statue des Komponisten steht im Basecamp

Kunst in Bonn : Statue von Beethoven steht im Basecamp

Die Künstlerin Jana Merkens hat eine Wachsfigur von Beethoven gestaltet. Der zweieinhalb Meter große Komponist steht für fünf Monate im Bonner Basecamp. Die Betreiber freuen sich über ihren neuen Gast.

Hoch oben auf der Empore thront er, der berühmteste Sohn der Bundesstadt. Beethoven ist zurückgekehrt und residiert nun fünf Monate lang im Basecamp.

Besonders stolz sind Michael Schlößer, Betreiber des außergewöhnlichen Hostels im Schatten der Museumsmeile und Thomas Lenz, Sprecher des Camps darauf, diesen berühmten Gast bei sich beherbergen zu dürfen. „Beethoven hat schließlich eine lange Reise hinter sich“, sagt Lenz lachend mit Blick auf seinen langen Aufenthalt im Camp. Dass er ausgerechnet bei ihnen als der gefragteste Künstler der Stadt residiert, finden die beiden Herren gar nicht ungewöhnlich. „Wir haben zuerst zugeschlagen“, so Lenz.

In der Zeitung hatten sie davon gelesen, dass Jana Merkens, die Bornheimer Künstlerin, die den überlebensgroßen Beethoven aus Silikon lebensecht gestaltet hat, einen Ort für ihn sucht. Lange überlegen mussten sie nicht. Merkens ist froh, einen geeigneten Ort gefunden zu haben. „Die Stadt wollte ihn nicht irgendwohin stellen und auch nach dem Preis haben sie nicht gefragt“, so Lenz. Der ist nicht gerade niedrig. Wer Beethoven haben möchte, muss mit einem Mindestgebot von 80.000 Euro anfangen, sein Kaufinteresse zu signalisieren. Im Basecamp allerdings darf er fünf Monate kostenlos wohnen.

Bornheimer Studentin arbeitete neun Monate an Figur von Beethoven

Merkens, die an der Universität Duisburg/Essen ihren Master gemacht hat, hat die Beethovenfigur in ihrer Studentenwohnung in Essen gefertigt. Neun Monate benötigte sie dafür. Hilfe erhielt sie von ihrem Vater, der das unter der Silikonmasse stabilisierende Edelstahlskelett gebaut hat, eine Freundin nähte mit ihr zusammen die Kleidung. Bei einer Körpergröße von 2,40 Meter, im Sitzen wohlgemerkt, war die Unterstützung auch bitter nötig.

Wie er da so sitzt auf seinem Stuhl und den Blick nachdenklich in die Ferne schweifen lässt, wirkt der zurückgekehrte Ludwig van Beethoven sehr echt. Streichelt man ihm zart über die Wangen und das Kinn, spürt man Barthaare und auch an den Händen wachsen kleine Haare aus der Silikonhaut. Verarbeitet hat Merkens 170.000 menschliche Haare, 40 Hundehaare, 35 Quadratmeter Stoff und einiges mehr.

Kurz bevor er seine momentane Bonner Heimat wieder verlässt, gibt er, oder besser gesagt, das Beethoven-
orchster unter der Leitung von Dirk Kaftan am 7. März ein Konzert im Basecamp. „Vielleicht hat er bis dahin ja seine elfte Sinfonie fertig geschrieben“, sagt Lenz augenzwinkernd mit Blick auf das Notenbuch, das auf Beethovens Beinen liegt. Die ersten Noten immerhin hat er darin schon verewigt.