Bonn: App Parknotruf gegen Parksünder in Bonn

Vom eigenen Grundstück : Bonner sollen fremde Autos abschleppen lassen können

Künftig sollen Bonner kostenlos fremde Autos vom eigenen Grundstück abschleppen lassen können. Dabei soll die App Parknotruf helfen, die es bereits in Hildesheim und Hannover gibt.

Zugeparkte Privateinfahrten, ständig von fremden Nutzern belegte Parkplätze, viele Bonner kennen dieses Ärgernis sicherlich. Nun will die App Parknotruf, die im Juni dieses Jahres in Kiel auf den Markt gebracht wurde und bereits in Hildesheim und Hannover aktiv ist, auch den Bonnern in ihrer Parknot helfen. Für die Betroffenen sollen dadurch keine Kosten entstehen.

Manchmal seien die Ideen, die aus der Not geboren werden, wohl die besten, meint Nicole Frömming. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner Paul Struck hat sie die Handy-App auf den Weg gebracht und juristisch wasserdicht prüfen lassen. „Wer einen fremden Parkplatz rechtswidrig blockiert, stört das Besitzrecht des berechtigten Parkplatzinhabers.

„Dagegen darf sich der Inhaber wehren, indem er das fremde Fahrzeug entfernen lässt“, erklärt der Kieler Rechtsanwalt Lutz Schroeder, selbst Mitgesellschafter des Unternehmens Parknotruf. Um die Kostenerstattung kümmere sich dann das Abschleppunternehmen.

In einem Gebäudekomplex in zentraler Lage Kiels betreiben Frömming und Struck eine Werbeagentur. „Zu unseren Büros gehören angemietete Parkplätze, doch Platz finden wir dort nicht. Ständig sind sie von anderen Pkw-Fahrern blockiert“, sagt Frömming. Ein Ärgernis, wie sie es bezeichnet, das irgendwann an die Substanz gehe. „Wir haben überlegt, wie man der Sache Herr werden kann, denn Polizei und Ordnungsdienst dürfen nicht aktiv werden, da es sich um Privatgelände handelt“, erklärt Frömming den Hintergrund.

Hinweisschilder, die die Parkplätze als privat kennzeichneten, würden übersehen oder einfach ignoriert. Und wenn man die Falschparker darauf aufmerksam mache, reagierten viele obendrein frech, wie Frömming erfahren hat.

„Es gibt offenbar kein Unrechtsbewusstsein. Privat ist privat. Es setzt sich ja auch niemand auf mein neues Sofa in meinem Wohnzimmer, weil es so schön bequem ist, oder sonnt sich in meinem Garten, weil er selbst keinen Garten hat“, vergleicht die Werbefachfrau die Sachlage.

Falschparker auf Privatgelände abschleppen zu lassen, davor scheuten sich aber viele Eigentümer. Denn auf den Kosten bleiben sie bisher in aller Regel sitzen, wie Frömming und Struck es selbst auch schon erlebt haben.

Wie ein Sprecher der Bonner Polizei bestätigt, darf die Polizei auf privaten Flächen nicht tätig werden. „Wenn wir abschleppen lassen, ist das im Eilverfahren“, so der Polizeisprecher.

Ein klassischer Fall sei zum Beispiel das Parken von Autos in zweiter Reihe etwa auf der Kölnstraße, sodass die Bahnen nicht mehr vorbeikommen können. Dann laasse die Polizei abschleppen. Die App Parknotruf war der Bonner Polizei bisher nicht bekannt, sie habe aber nichts gegen die Nutzung einzuwenden, sagte der Polizeisprecher weiter.

Die App schließt eine Lücke, die die Stadt und die Polizei rein rechtlich nicht füllen können. So können die betroffenen Bürger die App jetzt kostenlos im App-Store herunterladen. Die Parkplatzbesitzer müssen, um den Service in Anspruch nehmen zu können, sich beziehungsweise ihre Parkflächen lediglich auf der Seite www.parknotruf.de registrieren.

„Damit sind die Bürger dann entsprechend gerüstet, wenn der Fall einer unrechtmäßigen Parkplatzblockierung eintritt. „Wer einen fremden Parkplatz rechtswidrig blockiert, stört das Besitzrecht des berechtigten Parkplatzinhabers“, erklärt der Kieler Rechtsanwalt Lutz Schroeder.

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