1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonn: Am Telekom Dome geht eine dritte Autokonzert-Bühne an den Start

Woodstock auf vier Rädern : Dritte Bonner Autokonzert-Bühne eröffnet

Eine Queen-Coverband macht die Premiere. Am Telekom Dome geht in Bonn die dritte Bühne auf Autokonzerte an den Start. Besucher loben die Abwechslung im manchmal tristen Corona-Alltag.

Der erste Jubel brach bereits aus, als die ersten Klänge des Konzertopeners über die Autoradios zu hören waren: „Empty Spaces, what are we living for?“, sang Michael Antony Austin, als er mit seiner Queen Coverband „Queen May Rock“ und dem Klassiker „The Show must go on“ am Donnerstagabend das erste Konzert auf der Autobühne am Telekom Dome eröffnete.

Fans von Live-Musik haben im Moment kaum eine andere Möglichkeit, als im Autokonzert zu feiern, doch die Sehnsucht nach Live-Musik ist groß: Mit der Einweihung der „Autobühne Bonn“ am Telekom Dome ist an Christi Himmelfahrt die dritte Autokonzert-Reihe in Bonn gestartet.

Marion und Michael Schroer aus Bonn hatten sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert: „Wir waren gestern schon bei einem Autokonzert von Brings. Das war ein tolles Erlebnis, als man mit dem Auto der Gruppe gegenüberstand“. Als Queen Fans war es für die beiden klar, dass sie auch beim Eröffnungskonzert der Autobühne auf dem Hardtberg dabei sein würden. Justus Berther und Catarina Klein erlebten an diesem Tag ihr allererstes Autokonzert: „Das wird bestimmt witzig, so ein Konzert mal mitzuerleben“, meinen die beiden 22-Jährigen, die den Sommer sonst auf Musik-Festivals verbringen.

Ablauf ähnlich wie Autokino

Der Ablauf eines Autokonzertes ist ähnlich wie im Autokino: Die Besucher fahren mit ihren Fahrzeugen auf das Gelände vor die Bühne und bleiben während des Konzertes in ihren Wagen sitzen. Die Live-Musik konnte man über eine extra für die Autokonzert-Reihe eingerichtete Radiofrequenz verfolgen. Auch wenn das Verlassen des Fahrzeugs nur für den Gang zur Snackbar erlaubt war, hatten die Konzertbesucher sichtlich viel Spaß, als Queen-Klassiker wie „Killer Queen“, „I want it all“ oder „Somebody to love“ angestimmt wurden.

Auch für die Band war der Abend ein ganz neues Konzerterlebnis: „Dies ist unser erstes Autokonzert“, berichtet Austin und gab dabei zu, schon etwas aufgeregt zu sein: „Mit dem Konzert möchten wir auch unseren Fans zeigen, dass wir immer noch da sind. Zudem ist die Bühne unser Zuhause. Das vermisst man sehr“, erklärt Austin.

Nach jedem Song des rund zweistündigen Sets gab es für die Band Applaus, der mit Scheibenwischern und Lichthupe signalisiert wurde. Zudem waren das Herunterkurbeln des Fensters und das Öffnen der Autotüren erlaubt, so dass man für die Band sichtbar jubeln und klatschen konnte. Aus Rücksicht auf die Anwohner durften die Konzertbesucher jedoch nicht hupen. Das machte Nicole Bouras (50) und Birgit Vollmer (56) gar nichts aus: Die beiden hatten auf ihrer Autokonzert-Premiere sichtlich viel Spaß und freuten sich, überhaupt mal wieder bei einem Konzert dabei zu sein. Für die perfekte Open Air Atmosphäre haben sie selbst gesorgt: Bouras und Vollmer sind mit ihrem Cabrio aufs Gelände gefahren und haben sich mit kühlen Getränken und Knabbereien ausgestattet. „Wir sind gespannt, wie es funktioniert“, sagen sie kurz vor Konzertbeginn.

Genehmigung für das Senden beantragt

Ins Leben gerufen wurde die Konzertreihe auf der Autobühne am Telekom Dome als Kooperationsprojekt von der Veranstaltungsagentur vision53 und der eventiger GmbH. Innerhalb von 50 Stunden hatten die beiden Agenturen eine 13 mal acht Meter große Bühne aufgebaut und fünf Kilometer Kabel verlegt. Um das Konzert live in die Autoradios übertragen zu können hatten sie bei der Bundesnetzagentur die Genehmigung für das Senden auf einer Frequenz beantragt.

Auf der Bühne wird die gleiche Technik wie bei einem regulären Konzert aufgebaut, nur die Lautsprecherboxen fehlen. Über eine Stabantenne wird die Live-Musik in die Autoradios übertragen. Die Veranstalter wollen mit der neuen Autobühne auf dem Hardtberg in den kommenden zwei Wochen insbesondere Künstlern aus der Region eine Bühne bieten. „In Zeiten von Corona sind gerade die kleinen Bands aus der Region angewiesen auf Förderung“, sagt Constantin Bockamp von der eventiger gmbH.

Infokasten: Die beiden Bonner Eventagenturen vision53 und eventiger gmbH planen, in den kommenden zwei Wochen auf dem Gelände am Telekom Dome verschiedene Veranstaltungen wie zum Beispiel Autokonzerte, Autopartys oder Business Events zu realisieren. Das Programm ist derzeit noch in Arbeit und wird auf www.autoevents-bonn.de fortlaufend aktualisiert. Weiter geht es unter anderem mit einer Latin Party am heutigen Samstag (23.5.), einem Konzert der BAP Coverband „MAM“ (24.5., Einlass 19 Uhr) sowie einem Rock`n`Roll Oldtimer-Special (24.5., Einlass 14 Uhr). Eintrittskarten müssen vorab online gekauft werden, es gibt keine Abendkasse.