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Bonn als Sportstadt: Entwicklungsplan mit konkreten Maßnahmen

Entwicklungsplan mit konkreten Maßnahmen : Welche Änderungen Bonn zur Sportstadt machen sollen

Der Sportentwicklungsplan für die Stadt Bonn empfiehlt konkrete Maßnahmen für Bonn. Wir geben einen Überblick über die zehn wichtigsten Projekte.

Im Sportentwicklungsplan für die Stadt Bonn analysieren die Autoren um den Sportwissenschaftler Robin Kähler auf Grundlage einer breit gestreuten Umfrage einerseits die aktuelle Lage und gleichen sie mit den Ansprüchen ab. Wie berichtet, findet sich in dem Gutachten ein Katalog aus gut  und gerne 100 konkreten Maßnahmen, die die Fachleute den Bonnern empfehlen. Mit „hoher Priorität“ und rot unterlegt sind dabei zehn Themen:

■ Verwaltung: Fachämter wie Sport- und Bäderamt, Schulamt, Amt für Stadtgrün, Jugendamt, Stadtplanungsamt und Städtisches Gebäudemanagement sollen sich in Bezug auf den Sport stärker als bisher vernetzen. Die Gutachter empfehlen dazu „förmliche, temporäre projektbezogene Kooperationen“ und ein gemeinsam zu bewirtschaftendes Budget samt eigenem Projektmanagement für die einzelnen Vorhaben. Dem Sport- und Bäderamt wird eine neue Organisationsstruktur und Aufgabenverteilung empfohlen. Sie soll sich an der Weiterentwicklung des Sportentwicklungsplans orientieren, für die zudem drei neue Vollzeitstellen vorgeschlagen werden.

Stadtsportbund: Der SSB soll enger in die Abläufe eingebunden werden. Dazu soll er im Wege des bereits bestehenden Vertrages mit der Stadt zusätzliche Aufgaben erhalten, etwa bei der Lösung aktueller Probleme. Auch soll der SSB der Fachverwaltung dabei helfen, Antragsverfahren zu vereinfachen. „Es finden regelmäßige Runden mit dem SSB statt, in denen Abläufe, Zuständigkeiten und Fragen der Kooperation abgestimmt werden“, heißt es in dem Papier.

Vereine: Sie beteiligen sich in der Zielsetzung des Gutachtens an der Pflege der kommunalen Sportplätze, um deren Qualität zu steigern und die Stadt Bonn zu entlasten. „Sie erhalten von der Stadt die hierfür notwendigen Pflegegeräte und einen Zuschuss. Die Stadt beginnt mit fünf Pilotprojekten“, so das Gutachten.

Öffentlicher Raum: Vorgesehen ist eine Erhöhung der Nutzungsqualität durch Rad- und Rollsport, Jogging-Strecken mit Beschilderung und Beleuchtung. Das kostenlose Angebot „Sport im Park“ soll ausdrücklich fortgeführt werden.

Schulen: Hier drängt das Gutachten auf eine Beseitigung all jener Mängel, die in der Bewertungsliste als besonders dringlich gekennzeichnet sind.  Als Kontrollinstrument für die Politik soll das Sport- und Bäderamt einen Maßnahmenplan aufstellen. Veraltete und nicht mehr gebrauchsfähige Sportgeräte in den Schulen werden ersetzt. Grundschulen in „sozial belasteten Stadtteilen“ sollen bei der Neubeschaffung bevorzugt werden. Wo es in Schulen an Hallenkapazitäten mangelt, sollen diese bereitgestellt werden.

Sportanlagen: Hier erwarten die Gutachter von der Sportverwaltung eine Prioritätenliste, bei der auch die Ergebnisse der Umfrage unter Vereinen berücksichtigt werden. Im Blick soll dabei die Frage bleiben, ob eine Sanierung oder aber ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller wäre. Wo eine langfristige Erhaltung der Anlage sinnvoll erscheint, sollen Hallenböden, Geräte, Ausstattung, Technik, Fenster und Dächer „zeitnah“ repariert werden.

Belegung: Allen potenziellen Nutzer wie Schulen, Vereine oder andere Gruppen sollen Zugang zu einem transparenten Onlinesystem erhalten, aus dem die Belegung der Sporthallen und –plätze ersichtlich ist. Auch kurzfristige Stornierungen sollen auf diese Weise erkennbar werden. Das System soll zudem sicherstellen, dass die Sportanlagen optimal ausgenutzt und aus sportfachlicher Sicht (Sportart, Belegungszahl, Nutzer) richtig genutzt werden können. Auch soll die Auswahl des Hallentyps besser den ausgeübten Sportarten entsprechen.

Halle in Beuel: Ganz konkret werden die Empfehlungen in Hinblick auf den Neubau einer Sporthalle mit mobiler Tribüne für 500 bis 800 Zuschauer, etwa für den Handball. Als mögliche Standorte werden die Gemeinschaftsgrundschule Arnold von Wied, die Adelheidisschule, die Realschule Beuel oder eine Fläche in Geislar genannt.

Reuterpark: Für die Fläche nahe Bonner Talweg und Hausdorffstraße schlagen die Experten die Schaffung eines „inklusiven Sport- und Freizeitplatzes für alle Generationen“ vor – inklusive Beleuchtungskonzept und freiem Wlan. In ähnlicher Weise könne der Endenicher Park ausgebaut werden. Ebenso taucht die lange beschlossene Discgolf-Anlage im Duisdorfer Derletal unter den priorisierten Punkten auf.

■ Paralympic City: Und schließlich erwarten die Wissenschaftler von  Bonn als Standort des Internationalen Paralympischen Komitees eine Agenda, um Bonn zur „Paralympic City“ und damit zu einer paralympischen Sporthochburg werden zu lassen. Besonders an inklusive oder behindertengerechte Wettkämpfe ist dabei gedacht.

Zeitfenster: Mit dem 214 Seiten starken Sportentwicklungsplan werden sich in nächster Zeit der Stadtrat und seine zuständigen Fachausschüsse sowie die Bezirksvertretungen beschäftigen. Die Verwaltung beabsichtigt nach jetzigem Stand, über eine Dauer von 15 Jahren rund zehn Millionen Euro jährlich in die Erneuerung der Bonner Sportlandschaft zu investieren.