Bombendrohung für Bonn Hauptbahnhof: Mitschnitt aus Polizei-Notruf veröffentlicht

Hauptbahnhof war gesperrt : Polizei veröffentlicht Mitschnitt nach erneuter Bombendrohung in Bonn

Die Polizei Bonn hat am Dienstagabend nach einer Bombendrohung erneut den Hauptbahnhof sperren müssen. Gegen 23 Uhr kam dann die Entwarnung: Es wurde kein verdächtiger Gegenstand gefunden. Die Polizei veröffentlichte nun einen Mitschnitt des Drohanrufes und gibt nähere Infos dazu, von wo aus dieser abgesetzt wurde.

Erneut hat die Bonner Polizei eine Bombendrohung für den Bonner Hauptbahnhof erhalten. Am Dienstagabend sei diese telefonisch gegen 18.30 Uhr eingegangen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam der Drohanruf aus der Telefonzelle am Bischofsplatz. Die Polizei veröffentlichte den Mitschnitt des Drohanrufes und sucht nach Zeugen, die Beobachtungen im Bereich der Telefonzelle am Bischofsplatz gemacht haben oder meinen, die Stimme zu erkennen. Dieses Vorgehen sei „absolut“ ungewöhnlich, sagte Sprecher Robert Scholten am Mittwoch. „Für uns ist es das erste Mal.“ Auf der Aufnahme ist unter anderem zu hören, wie eine Stimme sagt: „Und diesmal ist es kein Spaß.“ Die Polizei hofft, dass Zeugen anhand des Mitschnitts die Stimme des Anrufers erkennen oder Beobachtungen melden. Die Polizei begründet ihre Maßnahme mit Gefahrenabwehr. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0228-150 zu melden.

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Der Hauptbahnhof musste am Dienstagabend wieder gesperrt und geräumt werden. Nach GA-Informationen waren auch ein Bombenentschärfer sowie vier Spürhunde vor Ort.

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte den Eingang einer Bombendrohung auf GA-Anfrage. Im Einsatz waren rund 30 Beamte. Gegen 20.45 Uhr waren die Absuchmaßnahmen durchgeführt. Freigegeben wurde der Hauptbahnhof wieder gegen 23 Uhr ohne, dass ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden war. Die Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang mit der Bombendrohung am Sonntag.

Erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Der Fernverkehr wurde über die rechte Rheinseite - also den Beueler Bahnhof - geleitet, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Auf Twitter schreibt die „DB Regio AG - NRW“ von „polizeilichen Ermittlungen“, die „Verspätungen und Teilausfälle“ zur Folge haben. Reisende wurden gebeten, die Verbindung vor Abfahrt des Zuges zu überprüfen. Die Deutsche Bahn teilte weiter mit, die Züge würden zwischen Köln und Koblenz umgeleitet und verspäteten sich dadurch um bis zu 30 Minuten. Sie halten nicht in Bonn Hbf, Remagen und Andernach. Ersatzhalte in Bonn-Beuel wurden eingerichtet.

National Express teilte mit, dass die Züge der Linie RE5 aus Wesel kommend zwischen Wesel und Brühl pendeln. Die, die aus Richtung Koblenz kommen, pendelten zwischen Koblenz Hauptbahnhof und Bonn-Bad Godesberg. Weiter teilte das Unternehmen mit, dass die Züge der Linie RB48 aus Solingen kommend zwischen Solingen Hauptbahnhof und Roisdorf pendelten.

Außerdem sei ein Taxinotverkehr eingerichtet worden, um die Haltestellen in Bonn erreichen zu können.

Sowohl die Bahnlinien 61 und 62 als auch der reguläre Busverkehr waren nicht von der Bombendrohung betroffen und fuhren nach Angaben einer Sprecherin der Stadtwerke Bonn weiterhin. Reisende waren nach GA-Informationen auf die Stadtbahnen der Linien 16,18, 63, 66 und 68 ausgewichen, die demnach ebenso nicht von der Sperrung betroffen waren.

Bombendrohung am Sonntag

Erst am Sonntag hatte ein unbekannter Anrufer telefonisch bei der Leitstelle der Bonner Polizei mit dem „Hochgehen einer Bombe“ am Bonner Hauptbahnhof gedroht. Die Folge war eine stundenlange Sperrung des Bahnhofs und erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr. Gefunden hatten die Einsatzkräfte nichts.

(Mit Material von dpa)