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Auf- und Abfahrten gesperrt: Boden am Endenicher Ei wird auf Kampfmittel untersucht

Auf- und Abfahrten gesperrt : Boden am Endenicher Ei wird auf Kampfmittel untersucht

Der Landesbetrieb Straßen.NRW sperrt an zwei Tagen die Auffahrt am Endenicher Ei. Die Behörde lässt den Boden auf möglicherweise verborgene Kampfmittel untersuchen.

Der Landesbetrieb Straßen.NRW untersucht an vier Tagen den Boden am Endenicher Ei auf Kampfmittel. Während der geplanten Arbeiten an der Schnittstelle Bundesstraße 56/A 565 wird es Einschränkungen für Autofahrer geben. Wie die zuständige Regionalniederlassung Ville-Eifel nun mitteilte, werden an Christi Himmelfahrt und am Sonntag in der Autobahnanschlussstelle auf der B 56 die Auffahrt auf die A 565 von Duisdorf kommend in Fahrtrichtung Köln und die Abfahrt von der A 565 von Meckenheim kommend in Richtung Duisdorf gesperrt. Eine Umleitung sei ausgeschildert.

Am folgenden Montag, 25. Mai, und am Dienstag, 26. Mai, sind in diesem Zusammenhang weitere Grabungen angedacht, „die aber nur zu geringen Behinderungen führen“, erklärte Bernd Aulmann vom Landesbetrieb. Autofahrern, die aus Duisdorf kommen, steht in Fahrtrichtung Innenstadt nur eine Fahrspur statt zwei zur Verfügung.

Die Untersuchungen dienen der Bodenerkundung für den umfangreichen Neubau des Verteilerkreises. Aulmann sagte auf Nachfrage, dass der Landesbetrieb von dem ursprünglichen Ziel abgerückt sei, das Endenicher Ei vor dem angepeilten Beginn des Tausendfüßler-Ausbaus zu erneuern. Statt 2021 sei die Fertigstellung nun für das Jahr 2024 angepeilt. Die eigentlichen Hauptbauarbeiten sollen 2022 beginnen. Die Sommerferienmonate in diesem Jahr wolle der Landesbetrieb nutzen, um Verankerungen in den Boden zu treiben, die als Stützen dienen sollen. Im Herbst soll der Einbau der Behelfsbrücken erfolgen, der aktuell vorbereitet wird. Sie werden in der Mitte über den Verteilerkreis eingesetzt und dienen während des Neubaus der vorhandenen Fahrspuren zunächst in die eine und dann in die andere Richtung als Ersatzstrecke. Laut Landesbetrieb kostet die Erneuerung des Endenicher Eis nach bisherigem Planungsstand 11,2 Millionen Euro, also 1,2 Millionen Euro mehr als die vor rund einem Jahr genannte Summe.

Auch das Brückenbauwerk an der Villemombler Straße etwas weiter gen Süden steht vor einem Neubau für rund sieben Millionen Euro, der sich zeitlich nach hinten verschieben wird. Statt 2020 beginnt der Landesbetrieb an dieser Stelle erst 2022 mit den einjährigen Arbeiten. Beide Brücken sind zu schmal für den geplanten Tausendfüßler-Ausbau.

Dessen Beginn peilt der Bauherr für das Land für Ende 2021, die Dauer ist auf etwa sechs Jahre veranschlagt. Die Trasse wird von vier auf sechs Spuren plus Standstreifen auf die doppelte Breite gebracht. Gegen dieses 290 Millionen Euro teure Großprojekt richtet sich die Kritik der Bürgerinitiative „Moratorium Planungen A565/Tausendfüßler“. Sie fordert eine zeitliche Verschiebung der Planung, lehnt eine Verbreiterung ab und beharrt auf einem Radweg entlang der Trasse.

Auch Teile der Politik kritisieren, dass NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst trotz der Verbreiterung keinen Radweg anlegen will, unter anderem weil er ein erhöhtes Klagerisiko sieht, sollte die Planung verändert werden.

Hier geht es zur Verkehrslage in Bonn und der Region.