Urheberrechtstreit in Köln: Blaues Sofa: Gericht regt Vergleich an

Urheberrechtstreit in Köln : Blaues Sofa: Gericht regt Vergleich an

Der Prozess "Rotes Sofa gegen Blaue Couch" zwischen dem Düsseldorfer Fotokünstler Horst Wackerbarth und den Stadtwerken Bonn ist am Freitag vor dem Oberlandesgericht Köln mit einem Vergleichsvorschlag des Gerichts vorläufig zu Ende gegangen. Es ging um sechs von rund 400 Fotomotiven, bei denen die SWB angeblich das Urheberrecht verletzt haben.

"Ich soll 30.000 Euro bekommen und das Kriegsbeil begraben", fasst der Fotokünstler den Vorschlag der Kammer zusammen. Er hat nun eine Woche Bedenkzeit. "Das Angebot werde ich mir die nächsten Tage überlegen", so Wackerbarth. "Aber eigentlich bräuchte ich 50 000 Euro, um die Sache kostendeckend abzuschließen." Seine ursprüngliche Forderung an die Stadtwerke belief sich auf 120 000, was diese nicht bereit waren zu zahlen.

Die Stadtwerke erklärten, den Vergleichsvorschlag akzeptieren zu wollen, wenn Wackerbarth zustimme. Wichtig ist dem Konzern dabei, dass damit nicht nur alle Forderungen für Fotos aus der Vergangenheit sondern auch der Zukunft abgegolten sind.

Das Gericht war gestern in eine Befragung eingestiegen, um die Urheberrechte von sechs Couch-Bildern unter anderem unter Wasser, auf einem Boot und auf einem Autodach zu klären.

Die Frage, ob die Motive absichtlich "abgekupfert" wurden, spielt rechtlich eine Rolle. Die Stadtwerke führten an, die Motive des Fotokünstlers vorher nicht gekannt zu haben, Wackerbarth behauptete das Gegenteil, weil seine Fotos durch die Presse gingen und bei Ausstellungen zu sehen waren.

Laut SWB habe das Gericht nun erkennen lassen, dass es der Berufung des Klägers nicht stattgeben werde und es bei zweien der sechs verbliebenen Motive sehr fraglich sei, ob das Urheberrecht verletzt sei. Eine weitere Verhandlung mit Beweisaufnahme hätte jedoch zu weiteren langwierigen und kostenträchtigen juristischen Auseinandersetzungen geführt.

"Der Vergleich ermöglicht es uns, die außerordentlich beliebte Serie fortzuführen, ohne dass sich unablässig Anwälte und Gerichte mit einzelnen Motiven beschäftigen müssen", so die SWB. Viele der Ideen hätten sich die Protagonisten der Kampagne selbst ausgedacht.