Auf dem Bonner Münsterplatz: Besondere Aktion zum Beethoven-Jubiläum geplant

Auf dem Bonner Münsterplatz : Besondere Aktion zum Beethoven-Jubiläum geplant

Am 16. August 2020 wird die Enthüllung der Beethoven-Statue vor 175 Jahren nachgestellt. Sie ist das meistfotografierte Motiv in Bonn.

Nicht nur der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens wird 2020 in Bonn gefeiert. Seit 175 Jahren steht dann auch die Beethovenstatue auf dem Münsterplatz. Deren Enthüllung wird mit einem historischen Spektakel nachgestellt. Damit am 16. August 2020 alles klappt, wurden nun auf den Tag ein Jahr zuvor noch einmal Maße genommen für den Stoff, der das Wahrzeichen während der Inszenierung verhüllen soll.

7,80, Meter groß ist die Statue samt Sockel. Sie ist das wohl meistfotografierte Motiv in Bonn. Zum Jahrestag inszeniert der Schiffer-Verein Beuel eine detailgetreue Nachstellung der Enthüllung im Jahr 1845. „Unsere größte Sorge ist, dass in dem Moment der Enthüllung etwas schiefgeht“, sagte Jürgen Nimptsch an Ort und Stelle. Mit Regisseur Lajos Wenzel trägt er die inhaltliche Verantwortung für das Spektakel. Mit Maßband und einem Laser stand Franz Aachen von der gleichnamigen Firma am Freitag am Fuße des Denkmals. Kommendes Jahr wird ihm dann in historischem Kostüm an selber telle die Ehre zuteil, die Statue zu enthüllen.

Protokolle und Zeitzeugenberichte sind laut Nimptsch die Vorlage für das Spektakel. „Wir haben die Schriftstücke intensiv studiert, um eine möglichst akkurate Nachstellung auf die Beine zu stellen.“

Einladung an die Queen

So wird es wieder eine Prozession vom Hofgarten zum Münsterplatz geben. Die Messe wird allerdings in der Kreuzkirche stattfinden, weil das Münster noch nicht wieder eröffnet sein wird. Wie vor 175 Jahren werden zahlreiche Angehörige der Universität Bonn in historischen Trachten teilnehmen. Laut Nimptsch habe Rektor Michael Hoch das zugesagt. Auch das Beethoven-Gymnasium wird teilnehmen. Insgesamt 500 Darsteller würden in die Rolle der Gäste schlüpfen.

Eine Einladung wurde auch in das Vereinigte Königreich geschickt. „Königin Victoria war zur erstmaligen Enthüllung anwesend, deshalb haben wir eine Einladung an den Buckingham Palace verschickt“. berichtet Nimptsch. Die Queen selbst sei verhindert, hieß es vom Palast. Ob ein anderer Nachfahre Königin Victorias an der Feier teilnehme, sei noch offen. Alternativ werde es eine Darstellerin für die Königin geben, sagt Reiner Burgunder, Vorsitzender des Schiffer-Verein.

„Zunächst werden die Gruppen einzeln proben. Die große Herausforderung wird dann sein, die Gruppen zusammenzuführen und ein aufeinander abgestimmtes Spektakel daraus zu machen“, erklärt Wenzel. „Es wird eine tolle Erfahrung für die Teilnehmenden“, ist der Regisseur überzeugt. Wer mitmachen möchte, kann sich über die Internetseite der Veranstalter melden. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen“, sagte Claus Werner Müller vom Schiffer-Verein. „So eine Veranstaltung vermittelt ein gesamtstädtisches Wir-Gefühl“, ergänzte Nimptsch. Das habe der ehemalige Oberbürgermeister 2011 beim Deutschland-Fest in Bonn erlebt. Burgunder freut sich über diese Aussicht: „Es sollte ein gesamtstädtisches Projekt werden und das wird es auch sein.“

Infos: www.beethovendenkmal.de

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