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Kommentar zur Situation an der Münsterschule: Beschluss überdenken

Kommentar zur Situation an der Münsterschule : Beschluss überdenken

Die Beschwerden über Vandalismus und Lärm sollten zum Anlass genommen werden, den Beschluss zur allgemeinen Öffnung der Schulhöfe als Spielplätze nach Unterrichtsschluss zu überdenken. Ein Kommentar von GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Klagen über Vandalismus auf Schulhöfen sind nicht neu. Schließlich sind die meisten Schulgelände leicht zugänglich, da sie laut Ratsbeschluss von 2007 in der Regel bis abends geöffnet sein müssen. Hinzu kommt, dass die Pausenhöfe von außen oftmals nicht gut einsehbar sind und ungebetene Gäste deshalb ihrer Zerstörungswut von anderen unbemerkt freien Lauf lassen können. Viele Schulgemeinschaften können ein Lied davon singen, etwa wenn ein mit finanzieller Hilfe der Eltern liebevoll gestalteter Schulgarten verwüstet oder ein Seilgarten zerschnitten wird.

Da rächt sich, dass vor Jahren aus Kostengründen viele Hausmeister, die früher an jeder Schule wohnten, wegrationalisiert wurden. Sie hatten die Schule auch noch abends im Blick und konnten schneller eingreifen, wenn sich Unbefugte dort aufhielten. Klar, bei Lärmbelästigung kann man die Polizei oder den städtischen Ordnungsdienst rufen. Aber: Die Einsatzkräfte sind vor allem in den späten Abendstunden an vielen Stellen in der Stadt gefragt und müssen deshalb Prioritäten setzen. Die Einfriedung der Schulgelände mit hohen Zäunen ist damit leider eine der wenigen Möglichkeiten, die den Schulen bleibt, um sich einigermaßen vor Vandalismus zu schützen.

Wäre da nicht das Problem mit dem Abschließen der Tore am Abend. Angesichts der Tatsache, dass durch die offenen Ganztagsschulen die Kinder und Jugendlichen inzwischen ohnehin bis nachmittags in den Schulen sind, sollten Rat und Verwaltung den früher sicher sinnvollen Beschluss zur allgemeinen Öffnung der Schulhöfe als Spielplätze nach Unterrichtsschluss überdenken. Wenigstens dort, wo wie im Fall der Münsterschule ohnehin der öffentliche Spielplatz im Hofgarten in der Nähe ist, könnte das Schulgelände nach Schulschluss für die Öffentlichkeit wieder tabu sein und vernünftig eingezäunt werden.

Das wird zumindest die Hemmschwelle deutlich erhöhen, aus dem Schulhof nachts eine Partyzone zu machen.