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Familientag im Landesmuseum: Bernhard Hoëcker sorgt für Stimmung am Lehmofen

Familientag im Landesmuseum : Bernhard Hoëcker sorgt für Stimmung am Lehmofen

"Da passieren gerade komische Dinge." Bernhard Hoëcker fürchtet um seine Pizzabrötchen. Eben noch hat der Bonner Autor und Comedian - man kennt ihn aus TV-Sendungen wie "Switch", "Genial deneben" oder "Vier sind das Volk" - noch darüber nachgedacht, einen ähnlichen Steinzeitofen aus Weidenruten und Lehm in seine neue Küche zu integrieren.

Jetzt qualmt der Prototyp im Skulpturenhof des Landesmuseums bedenklich - und Hoëckers Pizzabrötchen sind gerade drin. Und wenn schon so ein unförmiges Ding, warum dann nicht gleich Wäsche drauf trocknen? "Auch ein paar Sitzbänke wären schön und ein Teewärmer", überlegt er und zieht die Stirn in Falten.

Der Künstler hat die Audioführung zur aktuellen Landesausstellung "Revolution Jungsteinzeit" eingesprochen. Damit ist er prädestiniert, auch am Familientag an den fünf Mitmach-Stationen für noch mehr Spaß zu sorgen. "Einen Vorteil hatte die Steinzeit. Es gab kein Amt, das einem den Ofen verboten hätte", fällt Hoëcker etwa ein.

Museumspädagogin Anna Herber und ihre Helfer haben sich das Programm am Sonntag ausgedacht, auch um im Namen des Landschaftsverbandes den Bonner Bürgern für ihre Hilfsbereitschaft für die zahlreichen ankommenden Flüchtlinge zu danken. Kistenweise Geschirr, Töpfe, Bettwäsche und weit über 50 Koffer hatten über 200 Bürger am Vormittag oft in ganzen Autoladungen ins Museum geschafft.

Der Wunsch ist ein Zentrallager

Die Drogeriekette dm spendete eine Ladung Windeln, die Hellweg-Baumärkte Umzugskartons. Rüdiger Sweere von der Katholischen Jugendagentur und sieben Freiwillige aus der Facebook-Gruppe "Die Macher" sortieren, falten und verpacken die Spenden, damit noch am Sonntag der erste Lkw zu passenden Einrichtungen aufbrechen kann. "Ein zentrales Sammellager für ganz Bonn wäre toll", wünscht sich Sweere, während er einen neuen Karton ausfaltet. Dann wären Provisorien wie hier im Museum nicht notwendig.

Die Familien bekommen von dieser Arbeit in den Schulungsräumen nichts mit. Mit den sicher 150 Kindern und ihren Familien fädelt derweil auch Bernhard Hoëcker jungsteinzeitliche Ketten auf, lässt sich von Thomas Benirschke in die Kunst des Töpferns einführen und schüttelt ein Plastikschälchen mit Sahne so lange, bis es Butter enthält. "

Mit Dost - dem heimischen Namen für Oregano -, Schnittlauch, Fenchelsamen und Salz ergibt das wunderbare Kräuterbutter", erklärt Anne Herber. "Jetzt muss ich mir erst mal meinen Stempel abholen", unterbricht Hoëcker die Geschichtsstunde, denn wie die Kinder will er alle Stationen im steinzeitlichen Parcours dokumentiert wissen. Man weiß ja nie, wofür so was mal gut ist. Dabei hätte ein TV-Witzbold in der Steinzeit doch vermutlich wenig zu lachen gehabt oder?

"Bei der Körpergröße hätte ich passen müssen. Aber nach einer Studie haben Intelligenz und Humor schon damals eine große Rolle bei der Partnersuche gespielt", verkündet er. Schließlich hätten die Leute abends und im Winter viel Zeit für Spaß und Schabernack gehabt. "Da wäre mir sicher was eingefallen für ein paar Pizzabrötchen."

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