Sanierung hängt von der Deutschen Bahn ab: Bei der Viktoriabrücke muss es schnell gehen

Sanierung hängt von der Deutschen Bahn ab : Bei der Viktoriabrücke muss es schnell gehen

Wenn es ab 2016 mit der Sanierung der Viktoriabrücke noch etwas werden soll, muss der Rat bis Sommer entscheiden. So hatte die Stadt für gestern zu einer Bürgerinformation eingeladen, bei der erstmals drei Entwürfe für die Brücke und ihre neue Rampe auf die Thomastraße samt großem Kreisverkehr am Alten Friedhof vorgestellt wurden. Mehr als 70 Neugierige kamen und sparten nicht an Vorschlägen und Kritik.

Dass nun alles schnell gehen muss, liegt an der Deutschen Bahn. Wie Tiefbauamtsleiter Peter Esch mitteilte, muss für den Bau deren Schienenstrecke sporadisch am Wochenende gesperrt werden. Das sei im nächsten Jahr möglich. Wenn die Politik jetzt zögere, könne mit der Sanierung wegen der Genehmigungsverfahren erst 2019 begonnen werden. So will Esch die Gestaltung des umliegenden Mackeviertels erst später mit den Bürgern diskutieren.

Wie berichtet, ist die Viktoriabrücke so marode, dass seit anderthalb Jahren keine Lastwagen über 16 Tonnen mehr darüber fahren dürfen - sie soll so keinen größeren Schaden nehmen. Aber: "Sie ist nicht einsturzgefährdet", sagte Esch. Die Sanierung der Stahlkonstruktion soll 2016 erfolgen - immer in Längsstreifen. Eine Sperrung sei nicht nötig. "Es soll immer eine Fahrspur je Richtung geben", sagte Esch. Die Rampe werde dann ab 2017 gebaut. Das ganze Projekt kostet 24,6 Millionen Euro, nur Brücke und Rampe nach Angaben von Eschs Mitarbeiter Stefan Pieper 19,6 Millionen Euro, die mit 60 Prozent bezuschusst werden.

Wer aus der Weststadt kommt, kann später über die Rampe direkt rechts Richtung Alter Friedhof fahren. Umgekehrt gelangt der Verkehr aus der Innenstadt leichter auf die Viktoriabrücke, die später barrierefrei ist. Wer vom Kaiser-Karl-Ring kommt, kann nicht links auf die Rampe abbiegen. Ein Ziel ist vor allem die Entlastung der Bornheimer Straße bis zum Stadthaus, wo Autofahrer täglich im Stau stehen.

Die Entwürfe:

Größte Kritikpunkte waren, dass sich für Radfahrer und Fußgänger nichts ändert, für die Autofahrer aber alles besser werde. Anwohner der Heerstraße befürchten Lärm durch die Rampe vor ihren Fenstern. Eine Bonnerin will nicht, dass unter der Brücke Angsträume entstehen. Dort könnte eine gemeinnützige Fahrradstation ihren Platz finden, so einer der vielen Anregungen, die Esch nun mit in die politische Diskussion geben will.