Beethoven-Riesenrad in Bonn: Idee löst Kontroverse in der Stadt aus

Auf dem Remigiusplatz : Geplantes Riesenrad in Bonn löst Debatte aus

Über das geplante Riesenrad auf dem Remigiusplatz ist eine lebhafte Debatte in Gang gekommen. Vor allem den vorgesehenen Standort halten viele für untauglich.

Ein Riesenrad im Beethoven-Jubiläumsjahr auf dem Remigiuspatz: Diese Idee von Schausteller Otto Barth hat in Politik und Stadtgesellschaft eine rege Kontroverse ausgelöst. Es melden sich viele auf Facebook zu Wort, auch der Verein Bürger für Beethoven und der Einzelhandelsverband haben dazu ihre Meinung öffentlich gemacht.

Barth hat, wie berichtet, bei der Stadt den Antrag gestellt, ein 35 Meter hohes Rad das ganze Jahr aufbauen zu dürfen, um mit einer entsprechenden Gestaltung auch Werbung für Beethoven zu machen. Über seinen Antrag wird der Rat am 7. November entscheiden. Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Bonn hat sich ihrem Vorsitzenden Herbert Spoelgen zufolge bereits klar positioniert: "Gegen ein Riesenrad auch für ein Jahr haben wir nichts. Aber der vorgeschlagene Standort ist untauglich, weil der Remigiusplatz für ein solches Bauwerk mit einer Grundfläche von 21 mal 17 Metern schlichtweg zu klein ist. Es gefährdet zudem die Existenz dort vorhandener Gewerbetreibender. Auch ist ein kommerziell betriebenes Riesenrad am Ort der Taufkirche von Beethoven nicht vermittelbar", sagte Spoelgen, der auch Mitglied des Stadtrates ist. Wie bereits die FDP, so schlägt auch die SPD vor, für das Riesenrad eher einen Standort am Rheinufer links- wie rechtsrheinisch zu überlegen.

"Originelle Idee am falschen Ort": So reagierte Stephan Eisel von Bürger für Beethoven auf Barths Idee. "Wir wollen zum Beethoven-Jubiläum kein Riesenrad, wo die Taufkirche Beethovens stand", sagte er. "Wenn wir den 250. Geburtstag des größten Sohns der Stadt feiern, sollten wir dort, wo er getauft wurde, kein Kirmes-Spektakel aufbauen." Da gebe es viel geeignetere Orte wie den Platz vor der Oper, wo man von einem Riesenrad einen tollen Blick auf Rhein und Siebengebirge ebenso habe wie auf die Innenstadt. Eisel: "Originelle Ideen zum Beethoven-Jubiläum sind willkommen, aber alles muss seinen richtigen Platz haben." Eisel begrüßte es grundsätzlich, dass auch die Schausteller einen Beitrag zum Beethoven-Jubiläum leisten wollen, wunderte sich aber zugleich über die Stadtverwaltung: "Als wir vorgeschlagen haben, auf dem neu gestalteten Platz die Umrisse von Beethovens Taufkirche sichtbar zu machen, ein Modell der Kirche zu zeigen oder den Ort anderweitig themenbezogen aufzuwerten, hieß es immer, so etwas lasse sich nicht umsetzen."

Jannis Vassiliou ist ein großer Freund von Veranstaltungen in der City. Doch ein Riesenrad, das sich das ganze nächste Jahr auf dem Remigiusplatz drehen soll, lehnt der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands ab. "Wir begrüßen grundsätzlich alle Aktivitäten, die die Attraktivität der Innenstadt für die Bürger und die Besucher, die anlässlich des Beethoven-Jubiläums 2020 nach Bonn kommen, erhöht", betonte er.

Doch sei der Remigiusplatz nicht der richtige Ort. "Wir denken an die Investition von Steuergeldern zur Erneuerung des Remigiusplatzes. Wir denken auch an die Außengastronomie. Letztes Jahr musste der Handel dort starke Einbußen aufgrund von Umbauarbeiten erleiden. Außengastronomie ist für die Bürger und Besucher viel sympathischer als ein Riesenrad am falschen Ort."

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