Vereinte Nationen: Bedeutung der UN für Bonn wächst

Vereinte Nationen : Bedeutung der UN für Bonn wächst

Mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion endete am Donnerstagabend im Bonner Universitätsforum die Vorlesungsreihe "Die Vereinten Nationen: Fit für die Zukunft, die wir wollen?".

Hintergrund für die Reihe, die vom Forum Internationale Wissenschaft der Uni Bonn und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik organisiert wurde, war das 70-jährige Bestehen des Staatenbundes.

Im Zentrum der Vorlesungsreihe standen dabei die 17 UN-Ziele für eine gerechtere und nachhaltigere Welt, auch "Agenda 2030" genannt. Aber auch die UN-Klimakonferenz am Ende des Jahres in Paris war Thema. "Ich bin zwar noch nicht ganz so lange Oberbürgermeister in Bonn, aber ich weiß um die Wichtigkeit der UN in der Stadt", sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan in einem Grußwort. Unter der Moderation von Monika Hoegen diskutierten fünf Vertreter internationaler Organisationen in Bonn.

"Seit 1996 sind wir in der Stadt, und die Zeit verging sehr schnell, wie immer, wenn man irgendwo eine sehr gute Zeit hat", blickte Richard Kinley, stellvertretender Exekutivsekretär im UN-Klimasekretariat, zurück. Damals habe man sich für eine Konferenz noch in der Bad Godesberger Stadthalle getroffen und man habe die Enten draußen schnattern hören. Mit der Zeit habe das UN-Klimasekretariat eine immer wichtigere Position bekommen. Es sei sehr präsent in den Medien, weil es sich mit einem der größten weltweiten Probleme auseinandersetzen würde. "Die große Aufmerksamkeit ist auch für Bonn gut. Wir kamen damals mit nur 50 UN-Mitarbeitern nach Bonn, nun sind wir weit über 500", erzählte Kinley weiter. Sehr optimistisch sprach er von der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Paris, gleichzeitig sagte er aber auch, dass der Klimawandel ein "langfristiges Problem" sei. Das UN-Klimasekretariat werde aber alles tun, um dieses zu lösen.

Lutz Müller, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission, sprach sich dafür aus, dass die Natur möglichst sinnvoll geschützt wird - damit dies gelingen kann, seien sowohl die Regierungen, als auch die Bürger des jeweiligen Landes gefordert. "Wir müssen den Geist der Agenda 2030 als eine wichtige Gelegenheit nutzen, um etwas zu ändern - nicht, dass wir steckenbleiben und es kein Zurück mehr gibt", so Müller. Jakob Rhyner, Vize-Rektor der United Nations University (UNU) und Leiter des UN-Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit, forderte, dass man allgemein mehr Optimismus für die Milleniumsziele aufbringen müsste.

"Wir müssen schauen, wie wir die UN finanzieren, damit sie effizient ist", so Jürgen Zattler, stellvertretender Generaldirektor in der Unterabteilung 40 des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die UN finanziert sich durch die Pflichtbeiträge der jeweiligen Mitgliedsstaaten, aber auch durch freiwillige Beiträge der Mitglieder. Man müsse sich bestimmte Programme suchen, die man gezielt fördere, sagte Zattler.

Als Vertreter eines solchen Programms nahm Richard Dictus, Exekutivkoordinator des in Bonn ansässigen Freiwilligenprogrammes der Vereinten Nationen, an der Diskussion teil.

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