Banhofstraße: Bebauungsplan wird Thema

Banhofstraße : Bebauungsplan wird Thema

Wann werden die neuen Häuser an der Bahnhofstraße gebaut? Ein Spatenstich auf dem Gelände mit dem "Autohaus Steinbach & Schäfer MSS GmbH" lässt sich bislang noch nicht festlegen. Allerdings wird jetzt der Bebauungsplan, der die Errichtung der Wohnhäuser an der Grenze zu Duisdorf erst möglich macht, nun wieder zum Gesprächsthema.

Die Stadt hat nämlich nun einen Beschlussvorschlag angefertigt, der erst einmal am 22. Januar im Landschaftsbeirat diskutiert wird. Es folgen dann die Bezirksvertretung Bonn, der Umweltausschuss und am 19. Februar der Planungsausschuss. Danach könnte alles in die rund einmonatige Offenlage gehen. "Es handelt sich ja um abgestimmte Dinge", sagt Oliver Sachs von der Paeschke GmbH in Langenfeld, die das Gelände nach der Insolvenz des früheren Autohauses dort Ende 2011 erworben hatte.

Zurzeit handelt es sich bei dem Grundstück an der Bahnhof- und Karl-Wiltberger-Straße um ein Mischgebiet, das also auch Wohnbebauung umfassen dürfte. "Die Planung ist aber nicht mehr zeitgemäß", sagt Sachs, denn die Anordnung der Baufelder sei nicht passend. Entsprechend muss nun der neue Bebauungsplan her, der die Fläche später als allgemeines Wohngebiet ausweist.

Die Firma Paeschke plant dort parallel zur Bahnhofstraße in erster und zweiter Reihe Mietwohnungen, zum Teil groß genug für eine Familie. Laut Plan sind sie dreigeschossig plus Dachgeschoss, was aber bei der Bürgerversammlung im November 2012 als zu hoch kritisiert wurde. So sieht ein Kompromiss nun zwei Geschosse mit zurückgesetztem Dachgeschoss vor. In der südlichen Achse an der Karl-Wiltberger-Straße sind zwei Geschosse geplant - alles Einfamilien-Doppelhäuser. Hinzu kommt noch eine Kindertagesstätte. Die höhere Verdichtung ist laut Sachs Wunsch der Stadt gewesen und geht weniger aufs Konto des Investors. Dem ist nach eigener Aussage an einer hohen Wohnqualität gelegen. "Es handelt sich um eine gute Lage", sagt Sachs. Duisdorf sei ein beliebter Wohnstandort, Bahn und Geschäfte befänden sich in der Nähe.

So hat die Firma einen langen Atem, bis der Bau losgehen kann - veranschlagt sind bis zur Fertigstellung anderthalb bis zwei Jahre. Es habe aber auch bislang alles so lange gedauert, weil das Gelände am alten Bach als Überschwemmungsgebiet festgesetzt wurde. Entsprechend mussten Gutachten erstellt werden. Die Paeschke GmbH wird ein Retentionsbecken errichten, obwohl Sachs nicht denkt, dass der Bach so schnell über seine Ufer treten wird.

Derweil hat "Steinbach & Schäfer" weiter geöffnet. "Wir bleiben gerne hier, weil der Kundenstamm den Ort kennt", sagt Geschäftsführer Ibrahim Er, der schon beim gleichnamigen Autohaus, das insolvent ging, arbeitete. Allerdings braucht er mit seinem Team aus 15 Mitarbeitern heute nur ein Drittel der ehemaligen Geschäftsräume. In den vergangenen dreieinhalb Jahren seien die Geschäfte gut gelaufen, 2014 habe er mehr als 300 Kunden hinzugewonnen. Ibrahim Er weiß aber, dass er ausziehen muss, wenn sich der erste Bagger ankündigt. So habe er schon ein neues Objekt für Fahrzeugverkauf und Werkstatt im Auge. Wo genau, will er noch nicht sagen. Es liege etwa drei bis vier Kilometer entfernt.

Die Verwaltung hat in den Beschlussvorschlag zum Bebauungsplan noch den Aspekt einbezogen, dass es sich bei 30 Prozent der Mehrfamilienhäuser um geförderten Wohnungsbau handelt. Die Stadt möchte, dass dort preisgünstiges Wohnen möglich ist, dass "unterschiedliche Zielgruppen, Altersgruppen und auch Sozialgruppen" zusammenkommen. "Negative Auswirkungen hierdurch werden in keiner Form erkannt", heißt es. So könne auch die Bildung von sozialen Brennpunkten verhindert werden.