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Probleme mit der Baufirma: Baustelle am Salierweg seit Wochen verwaist

Probleme mit der Baufirma : Baustelle am Salierweg seit Wochen verwaist

Die Kanalarbeiten am Salierweg in Graurheindorf ruhen seit Wochen. Die Stadt Bonn begründet den Stillstand mit erheblichen Problemen mit der ausführenden Baufirma.

„Erst hat sich nichts getan, dann wurden Schilder aufgestellt. Dann hat sich wieder eine Woche nichts getan. Dann wurde nur ein tiefes Loch gebuddelt. Seitdem steht der kleine Bagger auf dem Dreckhaufen obendrauf und wird nicht mehr bewegt“, sagt Mathias Lörsch. Er wohnt an der Karl-Legien-Straße in Graurheindorf und beobachtet seit mehreren Wochen einen Stillstand auf der Kanalbaustelle, die eigentlich nur vier Wochen im Juni und Juli in Anspruch nehmen sollte. Da die Baustelle am Salierweg im Kreuzungsbereich mit der Karl-Legien-Straße und in der Zufahrtsstraße auf der Kläranlage liegt, ist die Durchfahrt von der Karl-Legien-Straße zum Salierweg gesperrt, der Salierweg in die andere Richtung aber immerhin einspurig befahrbar.

Lörsch fragte sich, warum sich dort nichts mehr tut, und wandte sich an die Stadtverwaltung und den General-Anzeiger zur Klärung. Beim Presseamt der Stadt ist zu erfahren, dass es bei dieser Baustelle „leider erhebliche Probleme mit der ausführenden Baufirma gibt. Erst wenn diese geklärt sind, kann die Stadt einschätzen, wann die Arbeiten weitergehen können“, so Pressesprecher Markus Schmitz. Und auch das Tiefbauamt bestätigt dies Lörsch auf dessen Anfrage.

Arbeiten hätten längst beendet sein sollen

„Es ist zutreffend, dass die Arbeiten an der Baustelle längst hätten beendet sein sollen. Leider gibt es massive Störungen im Arbeitsablauf, die dem beauftragten Unternehmer anzulasten sind. Aus diesem Grund ruht die Baustelle zur Zeit, bis geklärt ist, ob und wann ein Nachfolgeunternehmen die Arbeiten fertigstellen wird.“ Eine genaue Angabe zum Bauende sei zur Zeit nicht möglich. „Die Antwort ist unbefriedigend“, sagt Lörsch. Dafür habe er aber im Moment immerhin keinen Krach und Dreck.

Anfang Juni haben die Hauseigentümer des Gebiets und Anwohner einen Bürgerbrief erhalten, in dem die Stadtverwaltung mitteilte, dass der Kanal im Salierweg mit neuen Absperrschiebern ausgerüstet wird. Absperrschieber sind gusseiserne, mit Emaille oder Epoxy beschichtete Vorrichtungen für Wasser- oder auch Gasleitungen. Mit ihnen können Versorgungsrohre beispielsweise für Wartungs- oder Reparaturarbeiten abschnittsweise abgesperrt oder „abgeschiebert“ werden, wie der Fachmann sagt. Über die Jahrzehnte können Absperrschieber undicht werden oder sich zu viele Ablagerungen auf ihnen absetzen und müssen deshalb routinemäßig ausgetauscht werden.

Die Stadt investiert 2018 rund 20 Millionen Euro in den umweltgerechten Ausbau des Kanalnetzes und der Kläranlagen.