1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bauern-Demo in Bonn: Landwirte geben Polizei Mitschuld an verdreckter Kölnstraße

Nach Protesten von Landwirten in Bonn : Bauern geben Polizei Mitschuld an verdreckter Kölnstraße

Nach der Bauern-Demo am Dienstag musste die Kölnstraße wegen erheblicher Verschmutzung gereinigt werden. Nun erklären sich die Landwirte - und geben der Polizei eine Mitschuld am Dreck.

Nach der erheblichen Verschmutzung der Kölnstraße zwischen Buschdorf und Hersel durch Teilnehmer der Bauern-Demo haben mehrere Teilnehmer der offiziellen Darstellung vehement widersprochen. "Einsatzkräfte der Polizei haben uns nicht in die Stadt einfahren lassen", berichtet Landwirt Frank Kisfeld aus Vreden im Kreis Borken. Am Dienstag sei er mit seinem Fahrzeug gegen 12 Uhr gezielt auf einen Acker östlich der Straße gelotst worden.

Ähnliches berichtet Georg Wickensack aus Warendorf im Münsterland. Der von Polizisten zugewiesene Parkplatz sei "ein abgeerntetes Maisfeld mit sehr klebrigem Lehmboden" gewesen. "Von uns standen dort 390 Schlepper und zusätzlich noch welche aus anderen Konvois. Wir haben uns direkt gefragt, wie die Straßen danach wieder gereinigt werden sollen", sagt Wickensack.

Auch Ratsherr Georg Schäfer aus Buschdorf schüttelt den Kopf. Statt die Landmaschinen auf regennasse Äcker zu schicken, hätte die Polizei den Engländerweg zum Rheinufer als Parkfläche ausweisen können. "Der stand die ganze Zeit über frei", berichtet Schäfer.

Wie dann aus dem Lehm an den Reifen ein veritables Reinigungsproblem werden konnte, ist Hobbylandwirt Schäfer ebenfalls rätselhaft. "Von der Abreise der letzten Bauern um 17 Uhr bis zum nächsten Morgen um 9 Uhr gab es ja kein Problem". Erst danach habe der Stadtordnungsdienst die Verschmutzung gemeldet.

Von der Bonner Polizei heißt es, oberste Priorität sei es gewesen, angesichts eines Rückstaus bis nach Wesseling und des alsbald beginnenden Abreiseverkehrs nach der Kundgebung die L 300 und damit auch die Autobahnauffahrt Hersel wieder frei zu bekommen. Pressesprecher Frank Piontek sagt: "Es ist möglich, dass die Traktoren dazu auf den Acker geleitet wurden". Der genaue Hergang werde noch erkundet. Mit der betroffenen Grundstückseignerin habe man Kontakt aufgenommen.

Mitarbeiter von Bonnorange, das für den Abschnitt der L 300 bis zur Stadtgrenze zuständig ist, seien am Mittwoch zunächst mit Kehrmaschinen dem Dreck zu Leibe gerückt, berichtet Jérôme Lefèvre Bonnorange - da der Lehm sich bereits stark festgefahren hatte, ein vergebliches Unterfangen. Später habe er deshalb von Straßen NRW mit einem Spülwagen aufgeweicht und mit zwei Hochdruckreinigungsfahrzeugen entfernt werden müssen, die sonst Ölfilme bekämpfen. Die Arbeiten dauerten bis zum Abend. Durch die Straßensperrung kam es ebenfalls zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.