Prozess vor dem Landgericht Bonn: Bande mietete Autos und verkaufte sie

Prozess vor dem Landgericht Bonn : Bande mietete Autos und verkaufte sie

Vor dem Bonner Landgericht müssen sich zwei Männer wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Autos und Wohnmobile gemietet und nicht zurückgegeben, sondern verkauft zu haben.

Wer ein Wohnmobil oder einen Porsche 911 kaufen will, muss im Allgemeinen ein ganz schönes Sümmchen in die Hand nehmen. Umso größer ist die Freude, wenn man ein mögliches Schnäppchen wittert. Dumm nur, wenn die teuren Gefährte dem Verkäufer nicht gehören, sondern nur geliehen sind. Wegen genau eines solchen Vorgehens müssen sich demnächst ein 33-jähriger Serbe und ein 38-jähriger Kroate vor dem Bonner Landgericht verantworten. Die Anklage: Gewerbsmäßiger Bandenbetrug in vier Fällen tateinheitlich mit Urkundenfälschung.

Die Taten liegen schon ein paar Jahre zurück. In diesem Frühjahr konnten die beiden flüchtigen Beschuldigten, die keinen festen Wohnsitz hatten, kurz hintereinander in Spanien und in Österreich verhaftet und im Anschluss schnell nach Deutschland überstellt werden. Im Sommer 2014, so wird den beiden zur Last gelegt, hätten sie zunächst über einen Mittelsmann einen Porsche 911 angemietet und im Anschluss versucht, das Fahrzeug, das einen Zeitwert von rund 50.000 Euro hatte, für 32.000 Euro über eine Internetplattform zu verkaufen. Ob die möglichen Interessenten Verdacht geschöpft hatten, ist unklar: Jedenfalls kam der Verkauf nicht zustande, und der Sportwagen konnte einen Monat später im Parkhaus des Kölner Uniklinikums sichergestellt werden.

Wohnmobile: Bande erfolgreich mit Trick

Mit Wohnmobilen lief der Trick offenbar besser: Drei Exemplare sollen die beiden im Frühjahr und Sommer 2015 zunächst in der Region gemietet und im Anschluss in Aachen und Bonn verkauft haben. Vorgegangen sind die beiden Angeklagten immer nach dem selben Schema: Ein deutscher Komplize mietet die Gefährte mit gefälschten italienischen Papieren an. Dann wurden Dubletten-Kennzeichen und gefälschte Zulassungen angefertigt, mit denen wiederum ein Mittelsmann den Verkauf an die nichtsahnenden Käufer abwickelte.

Der Zeitwert der Fahrzeuge unterschiedlicher Marken lag zwischen 26.000 und 35.000 Euro, verkauft wurden die Mobilheime für Preise zwischen 19.000 und 29.000 Euro. Der Mittelsmann wurde dem Duo allerdings zum Verhängnis: Mithilfe der Mitarbeiterin eines Vermieters konnte der Mann, der für seine Beteiligung jeweils anderthalb Tausend Euro „Honorar“ erhalten hatte, bereits vor dem Verkauf des letzten Mobils verhaftet werden. Den Verkauf soll der Kroate dann kurzerhand selber abgewickelt haben, bevor das Duo sich absetzen konnte.

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