Bonner Hauptbahnhof: Bahnsteig 1 wird nicht auf ganzer Länge geöffnet

Bonner Hauptbahnhof : Bahnsteig 1 wird nicht auf ganzer Länge geöffnet

Die Deutsche Bahn kündigt an, Gleis 1 am Bonner Hauptbahnhof Ende August wieder zu öffnen - zumindest auf einem Teilstück. Die Sanierung des Bahnhofes wird derweil teurer als gedacht.

Die Deutsche Bahn geht weiterhin davon aus, dass Bahnsteig 1 am Bonner Hauptbahnhof Ende August mit der Umstellung auf den neuen Fahrplan zumindest auf einem Teilstück wieder in Betrieb gehen kann. Kai Rossmann, der bei der DB für Bonn zuständige Bahnhofsmanager, teilte in der gemeinsamen Sitzung der Verkehrs- und Planungsausschüsse aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis mit, dass bis dahin allerdings nicht die gesamte Länge des Bahnsteigs zur Verfügung stehen werde und damit nicht alle Züge dort werden einfahren können.

Die Sanierung des denkmalgeschützten Daches soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, mithin ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Ende 2016 hat die DB mit den ersten Vorarbeiten begonnen, denen die Schließung des erstes Bahngleises folgte. Seitdem fahren die meisten Züge in beide Fahrtrichtungen auf den Gleisen zwei und drei ab, deren gemeinsamer Bahnsteig zu Hauptverkehrszeiten sehr voll ist.

Baukosten steigen von 13 Millionen auf 30 Millionen

Die Kosten haben sich wie berichtet auch wegen Erweiterungen der Ursprungspläne wie den Einbau weiterer Rolltreppen, wegen gestiegener Preise und schlechtere Bausubstanz als erwartet von 13 Millionen auf 30 Millionen Euro mehr als verdoppelt. DB, Bund und Nahverkehr Rheinland teilen sich die Investition zu je einem Drittel. Zum Bad Godesberger Bahnhof, der schon seit Jahren fertig sein soll, teilte die DB mit, dass "Restarbeiten bis zum dritten Quartal dieses Jahres" beendet sein sollen. Bis zum Herbst will die DB dafür sorgen, dass die Dächer so abgedichtet sind, dass es nicht mehr hinein regnet. Im Juli soll der Umbau des Von-Groote-Platzes beginnen.

Der Bauherr räumte zudem ein, dass es weiterhin Probleme mit den neuen Aufzügen gebe. Zwei von dreien seien nicht einsatzbereit. Laut Rossmann gebe es Schwierigkeiten mit den Türen. Ganz nachvollziehbar sei das nicht, "weil das Anlagen von der Stange sind". Er habe die Zusicherung, dass die Aufzüge in den nächsten Wochen funktionieren werden.

Die Kommunalpolitiker hatten vor dem Besuch der DB, an dem auch der Generalbevollmächtigte für NRW, Werner Lübberink, teilnahm, eine Reihe von Fragen schriftlich eingereicht. Dazu gehörte auch der Sachstand zu möglichen Unterstelldächern an den Haltestellen Duisdorf und Helmholtzstraße. Die DB sieht sich dort nicht in der Pflicht, in der Bonner Politik hält man eine solche Installaltion allerdings für notwendig, um Bahnpendlern einen angemessenen Komfort zu bieten, wenn nötig mit Geld aus der Stadtkasse. Die Bahn könnte, so die Auskunft des Unternehmens bei der Sitzung, im kommenden Jahr mit der Planung beginnen. Es wird also noch etwas dauern, bis Fahrgäste im Trockenen auf ihre Züge warten können.

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