"Bonner Schule" wird dem Erdboden gleich gemacht: Bagger zerpflückt Bonner Künstlerhaus

"Bonner Schule" wird dem Erdboden gleich gemacht : Bagger zerpflückt Bonner Künstlerhaus

Das Haus, in dem sich in den vergangenen Jahren junge Künstler verwirklichen konnten, wird zurzeit dem Erdboden gleichgemacht. Ein Abrissbagger rückt seit Dienstag der "Bonner Schule", wie das Künstlerhaus an der Friedrichstraße in der Bonner Innenstadt genannt wurde, auf den Leib und zerpflückt das Gebäude förmlich in seine Einzelteile.

An seiner Stelle soll nach den Plänen des Bonner Architektenbüros "Schroeder und Schevardo" ein Neubau entstehen, der mit dem benachbarten, denkmalgeschützten Haus verbunden wird. Geplant sind zwei Ladenlokale im Erdgeschoss und neun Wohnungen.

Es ist ein komplexer, sehr schwieriger Abbruch, den Daniel Schumacher vom Abbruchunternehmen "Schumacher" aus Alfter/Bornheim mit seinen Mitarbeitern bewältigen muss. "Freundlicherweise hat uns der Eigentümer des Nachbargrundstücks erlaubt, den Bagger auf seinem Hof abstellen zu dürfen. Dadurch können wir uns vom Hinterhaus zum Vorderhaus vorarbeiten", erklärte Schumacher. Hätte er diese Möglichkeit nicht angeboten bekommen, hätte die Friedrichstraße während der Bauarbeiten gesperrt werden müssen. So war das Abbruchmanöver auf engstem Raum zunächst deutlich mehr zu hören als zu sehen.

Meter für Meter arbeitete sich der Bagger - Schumacher zufolge handelt es sich um ein Abbruchspezialgerät mit einem sogenannten Steckaufleger - durch das Mauerwerk des Hinterhauses, bis der Blick frei war in die ehemaligen Wohnräume. "Glücklicherweise hat man damals wenig Stahlbeton verbaut, so dass der Abriss unproblematisch vonstatten geht", sagte Schumacher. "Obwohl es schon eine komplexe Baustelle ist, läuft es bisher prima." Am Nachmittag kam dann der spannendste Moment, als das Hinterhaus "kontrolliert" zusammenfiel.

Heute gehen die Abbrucharbeiten weiter. Dann ist das Vorderhaus an der Reihe. "Dort werden wir zunächst den Dachstuhl abheben und dann Etage für Etage abreißen", sagte Schumacher. Eine Gefahr für Passanten auf der Friedrichstraße bestehe nicht. Die Baustelle sei den Vorgaben entsprechend abgesichert.

Der Bauschutt wird an Ort und Stelle sortiert und mit Lastwagen abtransportiert. Sie nehmen den Weg über die Kesselgasse zum Cityring und kommen sich so nicht mit den Schwerlastfahrzeugen ins Gehege, die zurzeit im Zuge des Aufbaus des Weihnachtsmarktes die Fußgängerzone blockieren.

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