Politiker machen Verwaltung Vorwürfe: Bäume an Endenicher Allee müssen für Baustelle weichen

Politiker machen Verwaltung Vorwürfe : Bäume an Endenicher Allee müssen für Baustelle weichen

Unter Protest haben Politiker in der Bezirksvertretung Bonn der Fällung von Bäumen an der Endenicher Allee zugestimmt. Grund dafür ist eine geplante Großbaustelle.

Nur unter Protest haben die Politiker in der Bezirksvertretung Bonn der Baumfällung im Rahmen der geplanten Tiefbaumaßnahme an der Endenicher Allee zugestimmt. Streitpunkt seit vergangenem Oktober ist die von der Verwaltung geplante Umleitung für die mindestens zwei Jahre dauernde Großbaustelle.

Sieben Alleebäume, die nach städtischer Einschätzung dafür gefällt werden müssen, veranlassten die Politik, die Umleitungspläne nach genauerer Betrachtung zu kritisieren. Weil das Entfernen der Bäume in die Beschlusszuständigkeit der Bezirksvertretung fällt, war erst auf Nachfragen die Dimension der Baumaßnahme deutlich geworden. Denn die Baustellenplanung ist laufendes Geschäft der Verwaltung. Die Bäume hätten laut Verwaltung nur bei einer Vollsperrung auf der Endenicher Allee erhalten werden können. Dann hätte jedoch der Busverkehr Endenich nur über weiträumige Umwege erreichen können. Die Politik wollte der Verwaltung eine Alternative abringen, um die Bäume zu retten, das ist nicht gelungen.

Arbeiten an Kanal und Leitungen

Die Endenicher Allee wird zur Großbaustelle, weil zwischen Al-fred-Bucherer-Straße und Autobahn 565 der Kanal erneuert werden muss. Außerdem verlegen die Stadtwerke auf der Strecke eine neue Fernwärmeleitung. Baubeginn war bereits für den vergangenen Dezember vorgesehen. Wegen drohender Vertragsstrafen durch Auftragsfirmen wurde eine Entscheidung jetzt dringlich. Außerdem dürfen Gehölze von März bis September nicht geschnitten werden. Mit zehn zu neun Stimmen haben CDU, Grüne sowie die Alternative für Bonn gegen SPD, FDP, Linke und Piraten die Baumfällung beschlossen. Doch von allen wurde nicht mit Kritik an der Verwaltung gespart, sie habe sich viel zu spät um alternative Umleitungen gekümmert.

Im zweiten Schritt hat die Bezirksvertretung in einem interfraktionellen Dringlichkeitsantrag die von der Verwaltung vorgeschlagene Verkehrsführung während der mehrjährigen Tiefbaumaßnahme abgelehnt, einen eigenen Vorschlag vorgelegt und beschlossen. Danach sollen stadtauswärts ausschließlich Busse über den Wiesenweg fahren. Zwischen Brahmsstraße und Wiesenweg soll ein Einbahnring im Uhrzeigersinn eingerichtet werden. Die Regerstraße ist der Ausfahrt Richtung Innenstadt und Autobahn vorbehalten.

Einstimmig unterstrich die Bezirksvertretung ihre Forderung, dass die Endenicher Allee nach der Baumaßnahme wieder Alleecharakter mit einer durchgehenden Baumreihe erhalten soll. Die Verwaltung ist aufgefordert, Gestaltungspläne vorzulegen.

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