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Autokonzerte in Bonn: Besucher und Veranstalter zufrieden nach Auftakt

Auftritte von Heino und Kasalla : Besucher von Autokonzerten in Bonn begeistert

Mit den Autokonzerten am Westwerk kehrt für Musikfreunde etwas Normalität zurück. An diesem Wochenende traten Heino und Kasalla auf. Und es zeigte sich: Echtes Gemeinschaftsgefühl ist auch mit Abstand möglich.

Zwar ist alles anders als bei einem herkömmlichen Konzert, und doch kehrt mit den Autokonzerten, die seit Freitag auf dem Gelände „Am Westwerk“ stattfinden für viele Menschen ein Stück Normalität zurück. Am Samstagabend war das Gelände erstmals ausverkauft. 250 Autos kamen zum Konzert der Band „Kasalla“, die für ihre kölsche Musik bekannt ist. Bei Hits wie „Alle Jläser huh“ oder „Pirate“ kam echte Konzertstimmung auf. Die Menschen feierten mit gebührendem Abstand. An die wichtigste Regel, nämlich die Autohupe nicht zu benutzen, wurde sich durchweg gehalten.

„Für uns bedeutet das Konzert etwas Normalität und Spaß“, so Silke Meyer, die mit ihrer Familie zum Konzert gekommen war. Der Familienausflug fand in zwei getrennten Autos statt. Trotzdem war sie schon vor dem Konzert davon überzeugt, trotz des ungewöhnlichen Rahmens Konzert-Feeling erleben zu können. „Ich stelle mir das eher für die Band schwierig vor.“

Doch Kasalla tat einiges dafür, den Fans der Umstände zum Trotz nahe zu sein. Mal liefen sie während eines Songs zwischen den Autos herum. Auch konnten sich die Zuschauer mit ihrem Handy beim Feiern filmen. Die Videos wurden via Zoom live auf die Großleinwand über der Bühne übertragen. Außerdem hielt es die Menschen, darunter auffallend viele Familien, auch wegen des schönen Wetters nicht lange in ihren Autos. Vielfach saßen sie auf den Autodächern oder auf Fensterrahmen der Türen, sangen mit und winkten mit Schals, Luftballons oder Warnwesten zum Takt. So kam trotz Abstand ein echtes Gemeinschaftsgefühl auf.

Veranstalter nach Kasalla-Konzert zufrieden

Simon Reininger, Geschäftsführer der Eventagentur „fünfdrei“, welche die Autokonzerte zusammen mit der Agentur „RheinEvents“ auf die Beine stellte, zeigte sich am Samstagabend zufrieden mit dem Ablauf der ersten beiden Konzert, auch weil das Ordnungsamt nichts zu beanstanden hatte. „Sie waren bei Heino am Freitagabend hier und waren super zufrieden, genauso wie die Polizei“, so Reininger. Auch zum Kasallakonzert zog er ein positives Fazit: „Volle Hütte, die Band und Publikum sind glücklich und alles hat reibungslos funktioniert.“

Auch die Zuschauer waren nach dem Konzert sichtlich begeistert. Sie bedachten die Band mit reichlich Applaus und einem Lichtspiel aus Blinkern und Lichthupen. „Es war total klasse“, meint Julia, die das Konzert zusammen mit ihrer Freundin Sarah besucht hat. „Man konnte nach all den Wochen wieder etwas Freiheit genießen.“ Mit einem normalen Konzert sei das Format schwer zu vergleichen. Als Vorteil von Autokonzerten habe sie aber empfunden, dass es kein Gedränge gebe. Besucher Arne sagt: „Es ist etwas anderes, aber man muss es mal gemacht haben.“

Heino eröffnete Autokonzert-Reihe

Bereits am Freitag hatte Schlagerstar Heino die „BonnLive“-Autokonzert-Reihe in Endenich eröffnet. Der 81-Jährige Sänger präsentierte dabei viele seiner alten Hits, wie „Blau blüht der Enzian“ oder „Schwarze Barbara“. Zur Freude seiner Fans zeigte sich Heino natürlich auch von seiner rockigen Seite und spielte unter anderem Lieder von den „Toten Hosen“ oder auch von „Rammstein“. Während der Sänger auf einer Bühne stand, konnten die Besucher mithilfe einer speziellen Radiofrequenz das Konzert mit ihren Autoradios verfolgen. Mehr als 200 Autos standen vor der Bühne. Hier und da konnte man Applaus durch die geöffneten Seitenscheiben hören. Andere Besucher blinkten oder betätigten die Lichthupe, um zu „applaudieren“. Viele hatten auch Spruch-Banner dabei und hatten ihre Fahrzeuge mit Lichterketten geschmückt. Die Stimmung war ausgelassen, in vielen Fahrzeugen wurde eine kleine Party gefeiert.

Heino hatte auf der Bühne auch seinen Spaß. „Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl“, sagte der Sänger. Für den 81-Jährigen war das Konzert in Endenich eine Premiere, wie er gegenüber dem GA verriet. „Ich habe in 60 Jahren schon viel erlebt in dieser Branche. Aber im Autokino bin ich noch nie aufgetreten“.

Das etwas andere Konzerterlebnis kam bei den ersten Besuchern sehr gut an. Die Gäste kamen nicht nur aus Bonn: Den weitesten Weg hatten Heino-Fans aus Schleswig-Holstein  zurückgelegt.