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Skulptur von Tony Cragg in der Stadt: Ausschuss sagt ja - am Standort scheiden sich die Geister

Skulptur von Tony Cragg in der Stadt : Ausschuss sagt ja - am Standort scheiden sich die Geister

Ein Kaufmann will Craggs Skulptur vor seinem Haus auf dem Remigiusplatz aufstellen. Eigentlich finden Bonns Kulturpolitiker es sehr erfreulich, dass der vielfach ausgezeichnete britische Künstler Tony Cragg demnächst auch in der Bundesstadt seine Kunst präsentieren will. Und das auch noch im öffentlichen Raum und quasi zum Nulltarif.

Der Kaufmann Jörg Blömer will Craggs 5,70 Meter hohe Skulptur "Mean Average" sponsern und auf dem Remigiusplatz vor seinem einstigen Modehaus, in dem sich heute ein Textilfilalist befindet, aufstellen lassen. Doch gegen den Standort wächst der Widerstand. Kommt keine Einigung zustande, könnte das Projekt möglicherweise platzen.

Das Projekt ist, wie bereits berichtet, Teil eines Skulpturenprojekts, das Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung Kunst und Kultur, kürzlich im Rathaus vorgestellt hat. Neben Craggs Werk soll auch eine Skulptur des Düsseldorfer Künstlers Markus Lüpertz, ein 2,7 Meter hoher "Beethoven" im Stadtgarten platziert werden, die ein Luxusuhrenhersteller sponsern will.

Im jüngsten Kulturausschuss sollten beide Projekte beschlossen werden, doch Zustimmung fand zunächst lediglich die Aufstellung der Lüpertz Skulptur, obgleich Heinz-Helmich van Schewick (CDU) gegenüber Smerling einige kritische Worte fand. Smerling hatte einst mit der Millenniums-Show "Zeitwenden" der Stadt ein Finanzdebakel beschert. Doch länger und kontrovers debattierten die Kulturexperten der Ratsfraktionen über Craggs Skulptur beziehungsweise über den Standort und den Pferdebrunnen, der für das Kunstwerk weichen und anderswo aufgestellt werden soll.

Barbara Wrany (FDP) fände den Mülheimer Platz für Craggs Werk geeigneter, zumal dort das Haus der Bildung eröffnen soll. Jürgen Repschläger (Linke) findet die Dimension des Kunstwerks ohnehin zu groß für den Remigiusplatz und stößt sich vor allem daran, dass dafür der Pferdebrunnen entfernt werden soll. Für die Kosten von etwa 4000 Euro käme die Stadt auf. Ins gleiche Horn blies Johannes Schott vom Bürgerbund, und Tom Schmidt (Grüne) sowie Christiane Overmans (CDU) fanden ebenfalls, die Stadt solle noch andere Standorte prüfen.

Janne Kerner (SPD) sowie Markus Schuck und Karl Wilhelm Starcke (beide CDU) warnten indes davor, das Ganze zu zerreden. "Wir können froh sein, dass wir jemanden haben, der das Kunstwerk sponsert", meinte Starcke. "Diese Debatte würde mich aber davon abhalten", machte Kerner ihrem Ärger Luft. Die Verwaltung verwies darauf, dass es sich bei Craggs Angebot um eine Leihgabe für zehn Jahre handele und Künstler wie Sponsor den Standort anstelle des Brunnens wünschten. Andernfalls werde es nicht zur Leihgabe kommen. Jetzt soll sich die Bezirksvertretung noch einmal mit dem Thema beschäftigen.